Zeitung Heute : Mehr Fortbildung für Ältere – viele Betriebe halten das für unnötig

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Betriebe schätzen das Potenzial ihrer älteren Mitarbeiter – die Notwendigkeit einer verstärkten Qualifizierung erkennen dagegen nur wenige. Das ist das Ergebnis einer Unternehmensbefragung , die das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB (www.bibb.de) im Sommer 2005 veröffentlichte.

Lediglich 18 Prozent der Betriebe sehen demnach mehr Qualifizierungsbedarf bei über 50Jährigen, knapp 30 Prozent halten eine Qualifizierung teilweise für erforderlich – und über 50 Prozent sehen wenig oder keinen Handlungsbedarf. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Nur jeder dritte befragte Betrieb fühlt sich vom Altern der Belegschaft überhaupt betroffen.

Hoher Qualifizierungsbedarf wird vor allem bei Fachkräften gesehen (rund 53 Prozent); bei An- und Ungelernten wird er von rund 34 Prozent der Betriebe als hoch eingeschätzt.

Inhaltlich halten die befragten Unternehmen bei älteren Mitarbeitern vor allem Kenntnisse bei neuen Informationstechnologien, neuen Verfahren und neuen Produkten für wichtig.

Am deutlichsten brachten die Branchen Handel, Banken und Versicherungen einen Qualifizierungsbedarf zum Ausdruck.

Spezielle Weiterbildungsangebote, die auf die Bedürfnisse Älterer zugeschnitten sind, stehen nur bei rund 13 Prozent der befragten Betriebe auf dem Programm. Groß geschrieben wird aber laut Umfrage der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten, den rund 81 Prozent der befragten Betriebe aktiv fördern. Dazu gehört die Arbeit in altersgemischten Arbeitsgruppen und die Betreuung von Berufsanfängern durch ältere Arbeitnehmer.

42 Prozent der Betriebe bieten Weiterbildungsveranstaltungen an, in denen Wege und Möglichkeiten des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zwischen den Generationen thematisiert werden. sizo

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