Zeitung Heute : Mehr Konkurrenz aus Polen erwartet

Der Tagesspiegel

Frankfurt (Oder). Ostbrandenburgs Unternehmer rechnen nach der EU-Osterweiterung mit erheblichem Wettbewerbsdruck aus Polen. Besonders das Verkehrsgewerbe und die Industrie sehen in polnischen Unternehmen eine starke Konkurrenz. Das zeigt eine Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Frankfurt (Oder), die am Dienstag vorgestellt wurde. Die Wirtschaftskammer hatte im Januar 260 Firmen und Händler über ihre Einstellung zur Erweiterung der Europäischen Union befragt.

Derzeit dominieren für die Unternehmen aus dem Osten Brandenburgs die regionalen Märkte sowie der Großraum Berlin als Absatzmärkte. Erst wenige kleinere und mittelgroße Unternehmen hätten Polen für sich entdeckt, sagte der Leiter des Ressorts Standortpolitik bei der Frankfurter IHK, Klaus Gröpelin, bei der Vorstellung der Studie. Vorreiter seien das Transportgewerbe und die Industrie.

In Zukunft rechnen alle Branchen mit einen Anstieg von Kooperationen mit Partnern aus Polen und dem Baltikum. Noch seien aber mangelnde Informationen und unzureichende Rechts- und Sprachkenntnisse für viele ein Hemmnis. Viele deutsche Unternehmen wollten schon jetzt fremdsprachige Fachkräfte, etwa aus Polen, einstellen, um sich unternehmenspolitisch auf den Beitritt des Nachbarlandes vorzubereiten, betonte Gröpelin. Aus rechtlichen Gründen sei dies aber nicht möglich. IHK und Handwerkskammer fordern deshalb bereits jetzt eine flexiblere Handhabung der Rechtsvorschriften und freizügigere Regelungen nach der EU- Osterweiterung. dpa

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