Zeitung Heute : Mehr Licht für einen Zukunftsmarkt

Susanna Orlic wirbt für Photonik und Optik

Patricia Pätzold

Am Rednerpult vor 200 Zuhörern, vor Industriellen, Ministern und Botschaftern. Und das in der kanadischen Metropole Quebec. Juniorprofessorin Susanna Orlic von der TU Berlin gibt dem „Land der Ideen“ weltweit ein junges Gesicht. Die Physikerin ist im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums unterwegs, um vor ausländischen Investoren für Optik und Photonik „made in Germany“ zu werben. Es scheint ihr zu gelingen. „Nach meinem Vortrag waren sich die Anwesenden sicher, dass alle Durchbrüche in der Photonik der nächsten Jahre aus Deutschland kommen werden“, erzählt Orlic von der Reise nach Kanada.

Das Bundeswirtschaftsministerium will im Ausland das Image vom fleißigen, aber langweiligen Deutschen aufbessern. Als Frontfrau der Kampagne wurde Susanna Orlic ausgewählt. Die junge Wissenschaftlerin erforscht an der TU Berlin neue, mikroholografische Speicherungen.

Ihre Arbeitsgruppe konnte Leistung und Datensicherheit optischer Speicher bereits bedeutend steigern. Ihre Forschungen am Institut für Physik werden mit mehreren Millionen Euro gefördert. Im Projekt Microholas entwickelt sie mit mehreren Partnern optische Speicherscheiben (Disks), die hundertmal so viele Daten speichern können wie heutige DVDs.

Im Projekt Namiros entstehen intelligente optische Sensoren, die nicht nur Bilder aufnehmen, sondern Objekte auch erkennen und klassifizieren können. Die Sensoren sollen ihre Bilddaten nicht nur zweidimensional sondern auch räumlich erfassen und auswerten, ähnlich dem menschlichen Auge.

Auf diese Weise können die intelligenten Sensoren einen Körper vom Hintergrund trennen. Beispielsweise lassen sich Autos von Menschen unterscheiden. Die Entfernung zum Objektiv der Kamera kann berechnet werden. Hinter dem Projekt stehen vier Firmen, zwei Institute und zwei Teams an Universitäten. Das Bundesforschungsministerium gibt vier Millionen Euro dafür aus, insgesamt kostet das Vorhaben sieben Millionen Euro. Die Sensoren sind vielseitig einsetzbar, etwa in Verkehrstechnik, Medizin oder Bildverarbeitung .

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