Mein KUNSTSTÜCK : Elefant auf dem Rücken

Kerstin Roose geht zwischen Reisetaschen auf Safari

Kerstin Roose

Am Anfang sind die Worte. Sie formen sich spielerisch zu Titeln wie „Bototle“ oder „Single socks sculpture“. Erst wenn der Name einer Arbeit gefunden ist, lässt ihm die 1961 in Südafrika geborene Claudia Shneider Farben folgen. Als flüchtige Linien fließen sie über das Papier, formen sich zu Gegenständen und Lebewesen. Meist wirken die Arrangements ungelenk wie Kinderzeichnungen. Dahinter steckt jenes Kalkül, das die Frage nach einem ästhetischen Dilettantismus von selbst ad absurdum führt. „Ohne laute Pointen und Knalleffekte entfaltet die einfache Komposition ihren Charme, feiert kurzerhand das Unvermögen als kreatives Potenzial“, beschreibt Michael Krajewski die Wirkung dieser Arbeiten.

Aus einer schlichten Grundidee entwickelt auch die Installation „Living and dying in Africa“ ihren Reiz. Auf den ersten Blick türmen sich Unmengen Reisetaschen zum Berg. Bei genauerem Hinsehen erkennt man darin ein Tier. Es ist ein Elefant, der da zwischen den Säulen des Stalles im HAUS 19 auf dem Rücken liegt und die Besucher der Ausstellung Clanger animiert, im Banalen das Fantastische zu erkennen.

HAUS 19 c/o Humboldt-

Universität (Campus Nord), Philippstr. 13, bis Sa 28. 6., Mi-Sa 14-18 Uhr

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