Mein KUNSTSTÜCK : Ich will hier rein

Nicola Kuhn steht staunend vor dem „Hotel Marienbad“

Nicola Kuhn

„Geschlossene Gesellschaft“ lautet der Titel der Ausstellung in den Kunst-Werken. Es geht um Knast, Ausgrenzung, Freiheitsverlust und wie Künstler sich dem Thema annähern. Doch schon bevor der Besucher die ehemalige Margarinefabrik betritt, bekommt er ein Gefühl von Gefängnis. Vor zwei Vorderhausfenster hat Wolfgang Breuer Metallpaneele gesetzt, wie sie sonst bei leer stehenden Häusern üblich sind, um unerwünschte Besucher, Obdachlose auf Quartierssuche fernzuhalten. Das sorgt zunächst für Verwunderung: Worum geht es hier eigentlich – um das Hineindürfen oder das Herauswollen?

Keins von beidem. Wolfgang Breuers Installation ist nur ein Nebenschauplatz, der nicht zur „Geschlossenen Gesellschaft“ gehört. Er bespielt als vierter Künstler das Hotel Marienbad, in dem die „Gäste“ den Raum immer wieder anders gestalten dürfen. Breuer nennt seine Installation Pizza Prekär, denn der Raum im Vorderhaus ähnelt zunehmend einer opulent belegten Pizza. Seine Metallabschottung bringt jedoch mehr noch die vom turbulenten Immobilienmarkt ausgelöste Finanzkrise in den Sinn. Und die Frage: Welche Folgen hat sie für die Künste?

Kunst-Werke, Auguststr. 69, bis So 16. 11., Di -So 12 - 19 Uhr, Do 12-21 Uhr

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