Mein KUNSTSTÜCK : Kunst für die Küche

Annabelle Seubert

Der wahrscheinlich schönste Aschenbecher der Welt ist zartgrün, braun getupft und von 1930. Sogar Nichtraucher freuen sich über den. Er stinkt nicht, qualmt nicht und würde ihnen sowieso nie ins Haus kommen. In der Vitrine im Keramik-Museum steht er gut. Zusammen mit Tellern, Krügen und Schalen. Siegfried Möller entwarf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Menge Keramik. In der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, der Nordischen Kunsthochschule in Bremen oder der Landeskunstschule in Hamburg.

U-förmige Vasen etwa, in die an jedem Ende eine einzelne Blume passt. Die Dose, auf der eine nackte Schöne kniet, ein Tablett mit Obst auf dem Arm balancierend. Ob knallig-buntes oder klassisch-feines Geschirr, Möllers Perfektion und Sinn für Ästhetik haften jeder aufgemalten Blüte, jedem Blättchen an. Seine Verspieltheit ist nur wenigen Werken anzumerken, dann aber umso deutlicher. Diesem Tier, einer Mischung aus Drachen und Pferd. Den Fischen, die von silbernen Glitzersteinen eingerahmt werden. Ein Experiment ist bis heute ziemlich beliebt: Möller, 1970 gestorben, führte die Mattglasur ein.

Keramik-Museum, Schustehrusstr. 13, Charlottenburg,

bis Mo 16.8., Sa-Mo 13-17 Uhr

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