Mein KUNSTSTÜCK : Verwirrende Waren

Christiane Meixner denkt über Recycling nach

Christiane Meixner

Neulich saß Manfred Pernice auch im Flugzeug. Während sich andere Passagiere durch die Zeitungen blätterten, las er konzentriert in einem Büchlein über Architektur. Vielleicht muss man über Pernices Affinität zum Gebauten gar nichts wissen und spürt trotzdem, dass der in Berlin lebende Künstler sensibel interpretiert, was ihn täglich umgibt und dann eigene Zeichen setzt. Kunst, die an architektonische Modelle erinnert. Oder an Ladeneinrichtungen wie jetzt im gläsernen Schinkel-Pavillon. Im Innern des mehreckigen Raums steht eine große Skulptur aus Spanplatten, Glas und MDF. Halbwegs einladend präsentieren sich darauf mehrere Gegenstände, die Pernice aus seinem Atelier mitgebracht hat: ein Motor, ein Gitter, Tassen und Bücher. Unscheinbare Produkte aus der ehemaligen DDR. Kraft gewinnen sie dennoch in Pernices 1. Allgemeiner Verkstatt Ausstellung. Eine Schau, die Kombinationen und Kontraste vorführt und mit einem Display aus recycelten Materialien so viel Verwirrung stiftet, dass man mehrmals hinschauen muss, um den Wert der Waren zu erkennen, die der Künstler hier präsentiert. Man kann sie nicht kaufen, aber durchdenken.

Schinkel Pavillon, Oberwallstr. 1, Mitte, bis So 16.3., Fr-So 12-18 Uhr

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