Mein KUNSTSTÜCK : Wohin die Latte reicht

Katja Reimann lässt sich vermessen und wird zu Kunst

Katja Reimann

Dort in der Ecke, auf der weiß gestrichenen Wand, steht er nun, der eigene Name. Daneben, in etwa 173 Zentimetern Höhe und damit genau über dem eigenen Scheitel gepinselt, ein schwarzer Strich und ein Datum – der 14. April 2008. Dalia und Alfonso waren größer – ihre Namen stehen darüber. Meike war kleiner – ihrer ist weiter unten aufgezeichnet. Wer sich in der daadgalerie messen lässt und seinen Vornamen nennt, wird Teil von Roman Ondáks Kunstwerk Measuring the Universe. Seit Ende März hat der slowakische Künstler hier über 2500 Namen gesammelt.

Von weitem sieht seine Installation aus, als wäre eine Schar Mäuse mit schwarz getünchten Füßchen über die Wand gerannt. Schaut man von der Seite darauf, wirkt sie dynamisch und abstrakt. Ondáks Wandbild dokumentiert die Abwesenheit all derer, die ihre Koordinaten bei ihm ließen. Er misst das Universum aus, indem er Namen sammelt – von Berlinern und Besuchern aus der ganzen Welt, aus Skandinavien und der Türkei, aus Spanien, Italien, Japan und China. Ende des Monats wird alles wieder weiß überstrichen – und Ondák setzt seine Vermessung andernorts fort.

daadgalerie, Zimmerstr. 90-91, Mitte, bis Mi 30.4.,

tgl. 11-19 Uhr

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