Zeitung Heute : Meine Top 10 der Woche

1. Bis zum allerletzten Blutstropfen



... will Gaddafi kämpfen. Aber für seine Wutansprache wagte er sich nicht aus dem Kasernengelände in Tripolis, wo er in einem Zelt haust. Das zerstörte Gebäude hinter ihm verriet ihn. Es ist das Denkmal für den US-Luftangriff von 1986!

2. Auf raffinierteste Weise

... schleimte sich der libysche Diktator beim Besuch von Gerhard Schröder 2004 ein. Ex-Bundesminister Hans-Jürgen Wischnewski („Ben Wisch“), der wegen eines Herzleidens den Kanzler im Rollstuhl begleitete, versprach er einen neuen, durch seinen Botschafter in Berlin zu liefernden Rollstuhl.

3. Das spannendste Wochenende

... steht dem Bundespräsidenten bevor. Morgen fliegt er mit einer 15-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Kuwait und Katar. Ein Abstecher nach Bahrain wurde wegen der Unruhen gestrichen.

4. Die unglücklichste Unterstützung

... erhielt der wegen seiner Doktorarbeit kritisierte Verteidigungsminister von der Atlantik Brücke e.V. Dessen Ex-Geschäftsführerin Dr. Beate Lindemann forderte per E-Mail zur Beteiligung an einer „Bild“-Telefonaktion auf: „Falls ihr für unseren ‚Young Leader’- Alumnus KT zu Guttenberg seid, ruft bitte die 01371100001 an.“ Die Atlantik Brücke distanzierte sich.

5. Die peinlichste Panne

... leistete sich das Finanzressort. Zur Gedenkfeier am 1. April anlässlich des 20. Jahrestags der Ermordung von Treuhandchef Dr. Detlev Karsten Rohwedder durch die RAF wird auf der Einladung der Doktortitel von 16 prominenten Teilnehmern genannt, darunter „Dr. Wolfgang Schäuble“, aber nicht der des zu Gedenkenden.

6. Die schmerzlichste Erinnerung

... an ein weiteres RAF-Opfer löst ein neues Buch aus: „Das Herrhausen-Attentat in Bad Homburg“ (Societäts-Verlag). Der Deutsche-Bank- Chef sagte mir einst, was in seiner Position das Wichtigste sei: Nicht Fachwissen, schlicht „Menschenkenntnisse“.

7. Die begrüßenswerte Rückkehr

... unserer ehemaligen First Lady, Eva Luise Köhler, auf die Hauptstadtbühne findet am Montag statt. In der Telekom-Repräsentanz überreicht sie den nach ihr benannten Forschungspreis für „Seltene Erkrankungen 2011“. Vom fluchtartigen Rücktritt ihres Mannes blieb sie unbeschädigt.

8. Die erschütterndste Zahl

... kommt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: „Allein im vergangenen Jahr haben wir 46 000 Kriegstote des Zweiten Weltkriegs geborgen.“ Nur: Noch wurden für sie keine würdigen Grabstätten gefunden.

9. Die erfreulichste Entwicklung

... in Afghanistan: Die Zahl der Sicherheitsvorfälle – Beschuss, Anschläge, Gefechte, Selbstmordattentate – ging um mehr als die Hälfte zurück, von 654 im November auf 307 Anfang Februar.

10. Den längst verdienten Urlaub

... gönnt sich der Organisator der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Nach nervenden Kinkerlitzchen – wer spricht zuerst, Merkel oder Clinton? – macht er jetzt eine Woche Helikopter-Skiing in Kanada.

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