Mein KUNSTSTÜCK : Atem des Lichts

Jenny Becker

Nicht jeder kann das Licht mit Klebeband fangen. Noch dazu so meisterhaft. Festhalten lässt es sich allerdings schwer. Zu gerne tanzt es über die Papierbögen, bewegt sich mit dem Auge des Betrachters. Die Materialbilder von Marietta Hoferer im Kunstbüro heißen das Licht willkommen. Sie bestehen aus unzähligen Klebestreifen, die auf großformatigen Papieren arrangiert sind. Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten fast monochrom, denn die Künstlerin benutzt nur transparentes oder weißes Klebeband. Doch der Einfall des Lichts lässt die Flächen silbern schimmern. Sichtbar werden symmetrische Ornamente, die durch das aufwendige Schichten der Klebestreifen entstanden sind. Einige erinnern an Schneekristalle, fragil und faszinierend. Der Raum gegenüber bildet einen starken Kontrast: Eine Serie schwarzer Quadrate zieht den Blick in die Tiefe. Auf speziell beschichteten Tafeln hat die Künstlerin mit Silberstift ein Netz feinster metallischer Linien gezeichnet. Auch in diesem Dunkel fängt sich das Licht. Hoferers Bilder spielen mit dem Wechsel von Sichtbarem und Unsichtbarem. Sie laden zur Stille. Und zum Staunen.

Kunstbüro, Uhlandstr. 162, bis Sa 21.11., Mi-Fr 12-19 Uhr,

Sa 13-16 Uhr

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