Mein KUNSTSTÜCK : Das ungewisse Etwas

Martina Scheffler

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ – der Titel ist Programm der Ausstellung von Goran Djurovic in der Guardini Galerie. Man sieht, was eigentlich nicht sein kann – schnuckelige Hunde, vor denen ein Herrchen ohne Kopf in die Knie geht. Ein Nikolaus, der im Meer unterzugehen droht, das Wasser steht ihm Unterkante Oberlippe, nur die Mitra ist noch trocken. Eine Frau mit nur einem Bein, trotzdem standfest in zwei weißen Schuhen. Verwirrend. Und was will der Künstler damit sagen? Was man sieht, sieht man eben, sei dessen Prämisse, sagt Kurator Matthias Flügge. Es ist ein bisschen wie in der Juristerei: Alles ist richtig, solange man es gut begründen kann.

Wenn da auf dem Gemälde „Roter Filz“ zwei Männer – der eine schwarz, der andere weiß gewandet – sich eben diesen teilen, dann steckt eine politische Botschaft dahinter. Filz allerorten? Zwei Menschengruppen, die vor einem gleißenden Horizont ins Licht starren – Titel „Glücksversprechen II“ – könnte das auch „Wo bleibt Barack?“ heißen? Djurovic, der Bulgare mit Wohnsitz Berlin, ist ein Meister des real existierenden Absurdistan, ein Satiriker, inspiriert von alten Meistern wie Goya.

Guardini Galerie,

bis Fr 13.2., Sa 20.12. bis Mo 5.1. geschlossen, Di-Fr 14-19 Uhr

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