Mein KUNSTSTÜCK : Holländischer Himmel

Rolf Brockschmidt

Die niederländische Botschaft braucht keine Kunst, denn der Bau ist Kunst. Wenn Kunst dennoch erwünscht ist, dann bitte aus dem 17. Jahrhundert, soll Rem Koolhaas über seinen Berliner Bau gesagt haben. Nun hängt in dem Büro des Botschafters ein etwa zwei Meter breites Gemälde von Reinier Nooms, genannt Zeeman. Ein Dreimaster liegt vor einer steilen Felsküste, ein weiteres Schiff dümpelt im Hintergrund. Waren werden entladen und am rechten Bildrand stehen orientalisch gekleidete Personen. 80 Jahre lang hat dieses prächtige Gemälde des zu Unrecht vergessenen Marinemalers Nooms im Depot der Gemäldegalerie alter Meister in Kassel geschlummert. Erst als Botschafter Peter van Wulfften Palthe auf der Suche nach einer geeigneten maritimen Leihgabe war, kam man mit Kassel ins Gespräch. Dort hatte man keinen Platz, den ungewöhnlich großen Nooms aufzuhängen. Die Niederländer zahlten die achtmonatige Restaurierung, und nun hängt der Nooms, befreit vom gelben Firnis, mit frischem niederländischen Himmel für einige Jahre in der Botschaft in Berlin. Dieses Gemälde aus der Mitte des 17. Jahrhunderts passt wunderbar zu dem Koolhaas-Bau am Historischen Hafen.

Niederländische Botschaft, Klosterstr. 50, Mitte

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