Zeitung Heute : Meist rüde Methoden - Verbraucherschützer warnen erneut vor dem Teilzeiturlaub

Auskunft: Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverb&

Die Beschwerden über Timesharing-Angebote haben in jüngster Zeit wieder erheblich zugenommen. Über diese Entwicklung berichtet die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in einer Stellungnahme an die EU-Kommission. Die Verbraucherschützer haben demnach eine Vielzahl von sehr undurchsichtigen Vertragsgestaltungen beobachtet, mit denen das geltende Recht mehr oder weniger offensichtlich umgangen wird, teilt die AgV mit.

So werden Teilzeitwohnrechte jetzt oft als "Aktien" oder "Clubmitgliedschaft" bezeichnet und die Anwendung des Timesharing-Gesetzes geleugnet. Oder es werden Verträge mit einer Laufzeit von 35 Monaten und einer Verlängerungsoption auf 30 oder 50 Jahre geschlossen, wobei die Zahlungen für die ersten Monate so hoch sind, dass sie de facto eine nach der Rechtslage verbotene Vorauszahlung auf die Folgejahre darstellt. Nicht transparent ist laut AgV vielfach auch die Preisgestaltung. Den Verbraucherschützern liegen Verträge eines Timesharing-Anbieters vor, der in einem Fall für einen Anspruch auf fünf Wochen Unterbringung 6120 Mark und für sechs Wochen 21 500 Mark verlangte, ohne dass aus den Verträgen unterschiedliche Bedingungen ersichtlich wären.

Ein besonderer Schwerpunkt unlauterer Timesharing-Anbieter ist laut AgV Spanien. Als Hauptproblem wird genannt, dass spanische Anbieter Anzahlungen im Voraus verlangen, obwohl dies nach EU-Recht verboten ist. Für deutsche Urlauber sei es im Nachhinein faktisch unmöglich, die Anzahlungen zurückzuholen. Erforderlich wären hier wirksame Sanktionen zu Lasten der Anbieter, so die AgV. Für äußerst problematisch halten die Verbraucherschützer zudem die meist rüden Vermarktungspraktiken vieler Timesharing-Anbieter. Urlauber werden demnach zu Partys mit Tombola eingeladen und nach dem Gewinn des angeblichen Hauptpreises in ein aggressives Verkaufsgespräch verwickelt, das ihnen als Alternative nur Flucht oder Unterschrift lässt.

Die AgV plädiert gegenüber der EU-Kommission dafür, die Bestimmungen im Verbraucherschutz zu verschärfen. Zudem müssten gesetzliche Schlupflöcher gestopft werden, damit das Umgehen der Vorschriften erschwert werde. Die Verbraucherverbände warnen dringend vor einer Unterschrift unter einem Timesharing-Vertrag im Ausland. Auf keinen Fall sollte eine Anzahlung geleistet werden. Viele Urlauber würden erst nach der Rückkehr und damit häufig zu spät erkennen, dass sie einen zweifelhaften Vertrag unterschrieben haben.Auskunft: Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände, Heilsbachstraße 20, 53123 Bonn; Telefon: 02 28 / 648 90, Fax: 02 28 / 64 42 58, E-Mail: mail@agv.de, Internet: www.agv.de ddp

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