Zeitung Heute : MELODRAM

Der fremde Sohn

Christina TilmannD

Los Angeles, Ende der Zwanziger: Bimmelnde Straßenbahnen, Kompotthütchen, eine Telefonzentrale, die Chefin rast auf Rollschuhen durch die Gänge. Hier sind sie tätig, die modernen City Girls, und sogar als alleinerziehende Mutter wie Christine Collins kann man Karriere machen. Nur im L.A.P.D. herrscht Mittelalter: Korruption, Gewalt, Mord sind an der Tagesordnung. Clint Eastwood hat für „Der fremde Sohn“ einen wahren Fall aufgegriffen: Ein Junge ver schwin det, ein falscher kommt zurück, die verzweifelte Mutter legt sich mit der vertuschenden Polizeibehörde an. Ein Melodram, ganz auf Angelina Jolie zugeschnitten, die das Muttertier mit großem Einsatz (und ein paar tränenreichen Großaufnahmen zu viel) gibt. Nur die Story zieht sich von einer Unglaubwürdigkeit zur nächsten. Wahr. Aber nicht glaubhaft. Christina Tilmann

„Der fremde Sohn“, USA 

2008, 142 Min., R: Clint Eastwood, D: Angelina Jolie, John Malkovich

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