Zeitung Heute : Mercedes-Benz: A-Klasse auch als Langversion

Ingo Von Dahlern

Von diesem Wochenende an gibt es zwei A-Klassen bei Mercedes-Benz - die bewährte mit einer durch den Facelift anfang des Jahres um drei Zentimeter gewachsenen Länge von 3,61 Meter und die neue Langversion, die sowohl beim Radstand als auch in der Fahrzeuglänge exakt 17 Zentimeter mehr misst. Zugute kommt der Längenzuwachs komplett dem Innenraum der A-Klasse und hier speziell dem Fond. Denn dort wird es bei der bisherigen A-Klasse vor allem dann, wenn sie hinten mit Einzelsitzen ausgestattet ist und es sich Fahrer und Beifahrer vorn richtig bequem machen, recht eng und unbequem.

Das kann man bei dem verlängerten Modell vergessen, denn die zusätzlichen 17 Zentimeter, die auf einem Blatt Papier recht wenig erscheinen, schaffen in der Praxis völlig neue Raumbedingungen, machen den Fond der A-Klasse richtig großzügig. Nun hat man dort endlich die Beinfreiheit, die für längere Fahrten unerlässlich ist und sitzt dabei nicht weniger bequem als in Fahrzeugen gleich mehrere Klassen höher. Wird der zusätzliche Fußraum hinten allerdings nicht komplett benötigt, dann kann man sich dafür entscheiden, den Längenzuwachs beim Laderaum zu nutzen. Denn die Fondsitze lassen sich um 11,1 Zentimeter in Längsrichtung verschieben. So ergeben sich bei sechs Zentimeter mehr Beinraum zusätzliche 80 Liter Kofferraum.

Dank der variablen Sitzanlage lassen sich insgesamt 36 verschiedene Positionen realisieren und bei ausgebauten hinteren Sitzen steht bei dachhoher Beladung nun ein Laderaum von 1530 Liter zur Verfügung. Das ist mehr Volumen als bei vielen Kombis der nächsthöheren Fahrzeugklasse. Das gesamte Innenraumvolumen der verlängerten A-Klasse misst 1930 Liter und damit immerhin elf Prozent mehr als in der weiterhin angebotenen Normalversion. Für die Kompaktklasse setzt die verlängerte A-Klasse damit erneut Maßstäbe. Denn dank der typischen Sandwich-Bauweise mit teils vor und teils unter der Fahrgastzelle platzierten Aggregaten steht die Karosserie nun zu 53 Prozent den Passagieren zur Verfügung.

Alles hat seinen Preis und damit auch die Verlängerung der A-Klasse auf nun 3,78 Meter. Doch gemessen an den zahlreichen Vorteilen, die sich mit der längeren Karosserie bieten, sind die rund 1100 DM Mehrpreis für die zusätzlichen 17 Zentimeter alles andere als hoch und durchaus angemessen. Natürlich übernimmt die nun auf den Markt gekommene Langversion der A-Klasse alle erst vor wenigen Monaten bei der Normalversion vorgenommenen Änderungen und Verbesserungen.

Obwohl es sich dabei in der Optik nur um kleine Änderungen handelt, haben die eine große Wirkung. Denn der horizontal lang gestreckte Lufteinlass in der neuen Frontschürze, eine neue Kühlermaske mit nun vier Querlamellen und die integrierten auswechselbaren Schutzleisten im vorderen Stoßfänger lassen die ein wenig stärker gepfeilte Frontpartie trotz unveränderter Maße für Breite und Höhe optisch breiter und kraftvoller erscheinen. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die neuen stark glänzenden Scheinwerfer in Klarglasoptik. Breiter wirkt auch das Heck mit neuen Stoßfängern und Rückleuchten mit Brillant-Effekt und die Keilform der Silhouette wird betont durch Schutzleisten auf den Türen. Die Ausstattungslinien Elegance und Avantgarde haben zudem Türgriffe und Schutzleisten rundum in Wagenfarbe und neu Leichtmetallräder in neuem Design.

Mit vielen neuen Details und besonders hochwertig präsentiert sich bei der A-Klasse der Innenraum. So gibt es eine neue Instrumententafel mit weicher sich angenehm anfühlender Oberfläche, neu gestaltete Türverkleidungen und eine neue Mittelkonsole mit einer Dekorblende mit Metalleffekt, Edelholzfurnier oder Aluminium und neuen zugleich neu platzierten Bedienelementen - das Autoradio und die wichtigsten Tasten liegen nun oben, während die Klimatisierung unten platziert ist. Das neu gestaltete Dreispeichen-Lenkrad ist nun höhenverstellbar. Zur Wunschausstattung gehören künftig eine Klimaanlage mit Steuerung durch einen die Luftfeuchtigkeit messenden Taupunktsensor, Windowbags, ein Regensensor für die Scheibenwischer, automatisch abblendende Innenspiegel und eine beheizbare Scheibenwaschanlage.

Während die Benzinmotoren unverändert blieben, haben die beiden Common-Rail-Diesel im A 160 CDI und A 170 CDI mit 55 und 70 kW (75 und 90 PS) um bis zu 25 Prozent mehr Leistung bei nur minimal erhöhten Verbräuchen von 4,8 und 4,9 l/100 km. Zur Serienausstattung der A-Klasse gehört nach den Elch-Test-Turbulenzen im Herbst 1999 auch die Fahrdynamikregelung ESP (Electronic Stability Program). Die sorgt durch gezieltes Bremsen einzelner Räder dafür, dass das Fahrzeug in extremen Fahrsituationen, in denen es auszubrechen droht, wieder auf den vom Fahrer gewünschten Kurs gebracht wird.

Das nun in der A-Klasse eingesetzte ESP der bereits vierten Generation ist erstmals mit einem hydraulischen Brems-Assistenten kombiniert. Der sorgt im Falle einer Gefahrenbremsung dafür, dass sich optimaler Bremsdruck aufbaut, auch wenn der Fahrer nicht so kräftig aufs Bremspedal tritt, wie es eigentlich sein müsste.

Mit der Langversion ist die Erweiterung der A-Klasse noch nicht am Ende. Denn für den Herbst bereitet Mercedes-Benz eine besonders sportliche AMG-Version vor, deren Leistung bei rund 110 kW (150 PS) liegen dürfte.

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