Zeitung Heute : Metafly zeigt die Flugbewegung und berechnet die Lärmbelastung

Wenn im März 2013 die letzten Flieger in Tegel starten und landen werden, kann das jeder am Computer unter www.metafly.info verfolgen. Auch die Überführungsflüge von dort zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg werden grafisch aufbereitet sichtbar sein. Sogar der maximale Lärmpegel, den jede Maschine am Boden verursacht, wird angezeigt.

Die Internetplattform stellt die Flugbewegungen sowie die Lärmentwicklung startender und ankommender Flugzeuge dar und eröffnet sozusagen den virtuellen Blick auf den Himmel über Berlin. Sebastian Koch und Stefan Sydow haben „Metafly“ entwickelt. Unterstützt wurden sie vom Fachgebiet Kommunikations- und Betriebssysteme der TU Berlin.

Das System beruht auf den Daten, die ein Flugzeug in regelmäßigen Abständen aussendet. Übertragen werden dabei unter anderem Flugzeugtyp, Flugnummer, Position inklusive der Flughöhe, Geschwindigkeit sowie Steig- und Sinkrate. „Mit einem Funkempfänger sammeln wir diese Flugzeug-Telemetriedaten und errechnen daraus ein Lärmmodell, das wir zusammen mit den Flugbewegungen im Netz visualisieren“, erläutert Sydow.

Die Darstellung im Netz erfolgt live. „Die Verknüpfung der aktuellen Flugzeug-Telemetriedaten mit der Visualisierung des Lärms, wie er aktuell in einem bestimmten Gebiet am Boden zu hören ist, macht metafly einmalig in Deutschland“, fügt Koch hinzu.

Möglich wurde Metafly, weil im Jahr 2008 ein Kölner Gericht entschied, dass der Empfang dieser Flugzeugdaten durch jedermann legal ist und diese nicht dem Datenschutz unterliegen. Bis dahin war das in Deutschland nicht geklärt. Koch kaufte sich ein Empfangsgerät und begann mit der Arbeit an Metafly. Daraus entstand für die TU-Studierenden auch ein Software-Praktikum.

Metafly stellt aber nicht nur Echtzeit-, sondern auch historische Daten zu Verfügung, zum Beispiel die Flugbewegungen am 14. April 2012 um 14 Uhr oder jede andere an einem x-beliebigen Tag seit dem 1. Oktober 2011, als Metafly online ging. Und es ist interaktiv. So lassen sich Kartenausschnitt oder der zu visualisierende Lärmpegel verändern.

Vorgestellt wird das Projekt auch zur Langen Nacht der Wissenschaften am 2. Juni im Haus der Ideen/TU-Hauptgebäude ab 17 Uhr.sys

Weitere Informationen unter www.metafly.info

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