Zeitung Heute : Michael Sowa, Maler

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

-

WAS ICH MAG

1. Beim Aufwachen: Dass es überhaupt dazu kommt.

2. Beim Zeichnen: Wenn was gelingt und überhaupt.

3. An meinem Leben: Dass ich normalerweise

nirgendwo hin muss.

4. Am Leben meiner Figuren: Da müsste man sie

selber fragen.

5. An Büchern: Dass sie, selbst ungelesen, so geduldig im Regal stehen und sich nicht beklagen.

6. An Illustrationen: Wenn sie ein kleines Eigenleben neben dem Text haben dürfen.

7. An Tieren: Dass sie sich um ihre Altersvorsorge

wenig oder gar keine Gedanken machen.

8. An Axel Hacke: Er denkt immer an

meinen Geburtstag.

9.An meinem Alter: Dass man nicht mehr ständig in Schlägereien verwickelt wird.

10.Und sonst…: Dass jetzt endlich Sommer ist.

WAS ICH NICHT MAG

1. Beim Aufwachen: Angebrüllt zu werden und anschließend ohne Kaffee irgendwo hin zu müssen.

2. Zu Hause: Menschen, die in meinem Zimmer herumlungern, und so tun, als würden sie hier wohnen.

3. An meinem Leben: Warum muss ich auch schlechte Filme immer zu Ende gucken?

4. An Büchern: Die schönsten, gescheitesten oder spannendsten verborgt man und dann sind sie weg.

5. An Illustrationen: Viele aus den 50ern und 60ern, dafür kann man keinen mehr verantwortlich machen.

6. An Tieren: Einmal „Danke“ sagen, wäre

schon ganz schön.

7. An Axel Hacke: Er hätte den Kalten Krieg früher beenden können, hat aber nur ans Schreiben gedacht.

8. An meinem Alter: Einerseits geht alles viel schneller und andererseits so viel langsamer.

9. Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte:

Morgen schreibst du eine Mathearbeit.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!