Zeitung Heute : Microsoft bestach Kronzeugen

Der Kronzeuge von Microsoft im Washingtoner Kartellprozeß hat von dem Softwarekonzern in den vergangenen zwei Jahren rund 250 000 Dollar (470 000 DM) erhalten. Der Ökonom Richard Schmalensee vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gab im Kreuzverhör zu, von Microsoft für seine Aussage in dem Kartellverfahren bezahlt worden zu sein. Das berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg. Schmalensee war von Microsoft als Sachverständiger für das Verfahren benannt worden.Vor Gericht hatte der Wirtschaftswissenschaftler ausgesagt, Microsoft verfüge nicht über ein Monopol, da Technologien wie das freie Betriebssystem Linux oder die Programmiersprache Java von Sun Microsystems den weltgrößten Softwarekonzern vor immer neue Herausforderungen stellten. Der Experte, der für seine Aussage 800 Dollar (1500 DM) pro Stunde erhielt, konnte sich nicht exakt an die Summe erinnern, die er von Microsoft erhalten hat. "Die Belege liegen bei mir in einer Schublade. Ich habe sie mir aber nicht angesehen."In dem Verfahren in Washington werfen das US-Justizministerium sowie 19 US-Bundesstaaten Microsoft vor, mit wettbewerbswidrigen Mitteln seine führende Stellung im Bereich der Personal Computer verteidigt und auf das Internet ausgedehnt zu haben. Richter Penfield Jackson muß zum Abschluß des Verfahrens zunächst entscheiden, ob Microsoft tatsächlich mit seinem Betriebssystem Windows über ein Monopol verfügt. Sollte Jackson von einer Monopol-Stellung ausgehen, muß er beurteilen, ob Microsoft illegale Schritte unternommen hat, um sein Monopol zu verteidigen.

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