Zeitung Heute : Microsoft-Konkurrent Apple verdoppelt den Gewinn

SAN FRANCISCO (rtr/Tsp).Bei US-Computerhersteller Apple laufen die Geschäfte immer profitabler: Der Macintosh-Hersteller hat seinen Gewinn in den Monaten Januar, Februar und März auf 135 Mill.Dollar (244 Mill.DM) gesteigert.Gegenüber dem selben Vorjahreszeitraum hat Apple den Profit damit mehr als verdoppelt.Vor allem der anhaltend gute Verkauf der Rechner iMac und Power Macintosh G3 hätten zum Absatzwachstum von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beigetragen, teilte Apple am Mittwoch abend (Ortszeit) nach Börsenschluß in den USA mit.

"Wir sind sehr erfreut, daß Apple schneller als die Branche wächst und mittlerweile seit sechs Quartalen hintereinander profitabel ist", sagte Interims-Vorstandschef und Apple-Mitgründer Steve Jobs."Die Nachfrage nach dem iMac hat unsere höchsten Erwartungen übertroffen."

Der iMac, den Apple in fünf Farben anbietet, soll Jobs zufolge ab sofort mit einem PowerPC-G3-Prozessor angeboten werden, der mit einer Rekordgeschwindigkeit von 333 Megahertz rechnet.

Der Umsatz ist nach Angaben der Hardware- und Softwareschmiede um neun Prozent auf 1,53 Mrd.Dollar (2,77 Mrd.DM) gestiegen.Davon erzielte das Unternehmen die Hälfte im Ausland.Die Lieferungen nach Japan und in die asiatisch-pazifischen Staaten nahmen stark zu.Seinen Marktanteil in Deutschland will Apple in den nächsten Jahren verdoppeln.

Ohne Sondererträge und -aufwendungen habe der Quartalsgewinn 93 Mill.Dollar (168 Mill.DM) betragen, teilte Apple mit.50 Mill.Dollar (91 Mill.DM) habe das Unternehmen aus dem Verkauf von zwei Mill.Aktien der ARM Holdings plc eingenommen.Die Umstrukturierung der Produktion habe dagegen acht Mill.Dollar gekostet.Apple schnitt besser ab, als dies allgemein in der Branche erwartet worden war.

Jobs führte den Geschäftserfolg darauf zurück, daß Apple die Betriebsabläufe verbessert und Lagerbestände reduziert habe."Apple beendete das zweite Quartal mit einer Lagerbestandshaltung von einem Tag und nimmt damit vor Dell die Spitzenposition innerhalb der Branche ein", sagte der Mann, der als Gegenspieler von Microsoft-Gründer Bill Gates gilt.

Die Computerlieferungen nach Japan waren im Berichtszeitraum um 52 Prozent höher als vor Jahresfrist, wie Apple weiter bekanntgab.Der Zuwachs im Raum Asien/Pazifik habe 41 Prozent betragen, in Europa 26 Prozent und in Amerika 19 Prozent.

Finanzchef Fred Anderson sagte, Umsatz und Verkaufszahlen dürften im laufenden dritten Quartal höher sein als in den zurückliegenden drei Monaten und als im Vorjahresvergleich.Die Gewinnspannen dürften im Quartalsabstand aber stagnieren oder leicht sinken: Denn Apple wolle seine Werbeausgaben aufstocken und den weniger gewinnträchtigen Verkauf von iMac-Computern an Schulen steigern.

Der für die deutschsprachigen Länder zuständige Marketingchef Stefan Heimerl kündigte derweil eine Offensive von Apple in Deutschland an."Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei bis drei Jahren in Deutschland auf einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent zu kommen", sagte Heimerl.Zuletzt habe Apple nach Markterhebungen bei knapp zwei Prozent gelegen.Mit dem iMac könne Apple besonders stark vom Internet-Boom profitieren.Seit dessen Markteinführung im Spätsommer des vergangenen Jahres seien rund 1,2 Millionen Stück verkauft worden.Der empfohlene Verkaufspreis für den iMac mit 333-MHz-Prozessor betrage 2498 Mark.

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