Zeitung Heute : Mieten im Internet: Service per Mausklick

Andreas Lohse

Überall fallen die drei Buchstaben auf: www. - world wide web, besser bekannt als Internet. Auch zahlreiche städtische Wohnungsbaugesellschaften präsentieren sich dort mit eigenen Auftritten. Wir machten uns auf die Suche und surften eine Weile durch die Angebote. Um es vorweg zu nehmen: Die Unternehmen haben in den vergangenen Monaten dazugelernt. So genannte "tote Links", also Verbindungen, die auf leeren Seiten enden oder gar in einer Endlosschleife, fanden wir kaum. Der Seitenaufbau funktioniert in der Regel reibungslos und schnell.

Die Selbstdarstellungen sind für den Mieter nur mäßig bedeutsam, aber das "Wir über uns" gehört nun mal zum Geschäft. Von größerer Bedeutung ist, dass man per Internet mit den dort vertretenen Gesellschaften direkt in Kontakt treten kann. Denn wer sich auf herkömmlich telefonischem Wege bei seiner Gesellschaft melden will, findet die Leitungen nicht selten besetzt oder landet in einer trostlosen Warteschleife. Und wer durchkommt, wird mitunter von der Technik aus der Leitung gekickt, ohne sein Anliegen an der richtigen Stelle loszuwerden.

Da bietet das Internet eine Alternative: Wer beispielsweise eine Mängelmeldung hat oder die Nebenkostenabrechnung monieren möchte, tippt seine Botschaft in ein meist schon vorbereitetes Feld und schickt die elektronische Post ab. Ob sich der Empfänger dann darum kümmert, hängt allerdings von dessen Service-Verständnis ab. Wir haben es nicht näher untersucht. Service wird jedoch auf den meisten Webseiten groß geschrieben. Wir fanden fast immer Verbindungen (Links) zu einigen speziellen Angeboten.

Einen guten Einstieg und Überblick bietet die Adresse www.bbu.de . Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) zählt 396 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften in Berlin und Brandenburg zu seinen Mitgliedern. Diese verfügen über einen Bestand von rund 1,26 Millionen Wohnungen, was etwa 40 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes im Land Brandenburg und knapp 43 Prozent aller Wohnungen in Berlin entspricht. Die Webseite ist immer up-to-date: "Wir aktualisieren fast täglich", erklärt BBU-Sprecherin Christa Fluhr.

Viele Angebote und Informationen sind allerdings nur für die Mitglieder mit Passwort zugänglich. Der surfende Mieter hat aber Zugang zu den Homepages aller im Internet vertretenen Mitgliedsunternehmen. Zurzeit findet man hier Links zu knapp 90 Wohnungsbaugesellschaften, die ihre Seiten selbst verantworten und recht unterschiedlich pflegen. Alle bieten in der Regel Hintergrundwissen zum Unternehmen, einige etwas Geschichte oder ihre Satzungen. Alle bieten potenziellen Mietern auch Zugriff auf freie oder in Kürze frei werdende Wohnungen aus ihrem Bestand. Meist kann man seine Wünsche wie Bezirk, Größe, Höchstmiete und Ausstattungsmerkmale eingeben und bekommt dann eine Liste mit aktuellen Angeboten. Beim Berliner Beamtenwohnungsverein blieb die Seite mit der Wohnungsbörse allerdings schwarz.

Angenehm hingegen die Suche bei der Degewo. Das Formular zur Wohnungsbewerbung lässt sich gleich online ausfüllen und abschicken. Die Gehag dagegen hat von Rundflügen bis zum Gehag-Shop zwar einiges an Service für den Surfer zu bieten, doch das Wohnungsangebot ist eher dürftig. Dafür kann man hier schon mal einen Blick auf den Grundriss der angebotenen Wohnung werfen und findet auch eine vorbildlich detaillierte Kostenaufstellung nebst Kautionsforderung. Eine ansprechende Übersicht findet man auch bei der Gewobag. Auch hier kann sich online bewerben, wem die zur Verfügung stehenden Details gefallen. Und folgt man den Links, kommt man sogar gleich auf einen Stadtplan und kann sehen, in welcher Umgebung die Wohnung genau liegt.

Etwas weniger sucherfreundlich präsentieren sich die GSW sowie Stadt und Land. Beide haben zwar ein umfangreiches Wohnungsangebot, doch fehlt eindeutig der Link zum nächstgelegenen Verkäufer von starken Lupen: Die Schrift der Angebote ist sehr klein. Wer sich weiter durch die Seiten klickt, findet bei beiden Gesellschaften dann schließlich doch noch hinreichend Informationen. Während die Wohnungsbörse der WBG Prenzlauer Berg geschlossen hat, findet man bei der WBG Marzahn wieder ein vorbildliches Angebot: vielseitig, gut sortiert und nebst Grundriss mit allem ausgestattet, was man als potenzieller Mieter wissen möchte.

Ein Manko bei fast allen ist hingegen das technische Design der Webseiten: Sie passen sich nur selten automatisch den Fenstergrößen des Browsers an, so dass man die Angebote horizontal und vertikal durchscrollen muss - ärgerlich und zeitaufwändig. Rühmliche Ausnahme ist hierbei die Homepage der Wohnungsgenossenschaft "Grüne Mitte" in Hellersdorf. Ein guter Aufbau und ein sachverständiger Designer ermöglichen, dass sich die Inhalte der Seite der jeweiligen Fenstergröße anpassen.

Fazit unserer Recherche: Der Service von Wohnungsbaugesellschaften im Internet mausert sich spürbar. Trotzdem gilt es, hier und dort die Webseiten etwas besser zu pflegen.

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