Zeitung Heute : Milch macht’s

Zu viel Zucker in der Pause

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Immer mehr Schulkinder verzichten zugunsten kalorienhaltiger Softdrinks wie Cola auf Milch – der Milchkonsum an Schulen ist von 1995 bis heute um 57 Prozent zurück gegangen. Das ergab eine Anfang des Jahres veröffentlichte Studie des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL). Die Milch, wichtigster Lieferant für den konzentrationssteigernden Nährstoff Kalzium, ist unter Schülern out.

„Heute nehmen Kinder statt Brote Geld mit zum Unterricht“, sagt Annette Nagel, Vorsitzende vom „Kuratorium Schulverpflegung“. Der Verein setzt sich für die Verbesserung der Ernährung an Schulen ein, zusammen mit ihren Kolleginnen gründete Nagel das Projekt „Schulcafeteria 2000". Ziel ist, dass die Kinder in Zusammenarbeit mit Lehrern ihren Kantinenplan selbst erstellen. Da darf die gute alte Milch dann natürlich nicht fehlen. Nagel hofft, damit auch der zunehmenden „Amerikanisierung“ der Schulverpflegung entgegen zu wirken. Immer mehr deutsche Schulen stellen nämlich Essens– und Getränkeautomaten in ihren Aulen auf. In Bayern, so Nagel, würden bereits die ersten Softdrink-Busse vor den Schulhöfen auffahren: um Schüler mit Werbegeschenken an sich zu binden. Exklusives Schulsponsoring und -verpflegung von Softdrink-Konzernen, wie in den USA längst üblich, wäre für die Ernährungswissenschaftlerin das Ende aller Hoffnung: „Dann könnte man sich ja gleich unter einem Zuckerberg begraben.“ nis

Informationen über das „Kuratorium Schulverpflegung e.V.“ gibt es unter www.kuschu.de , E-Mail: kuratorium@kuschu.de , Telefon: 089/609 64 59.

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