Zeitung Heute : MILIEUSTUDIE

Spring Breakers.

Martin Gobbin

Vier Studentinnen rauben ein Restaurant aus, um den Ferientrip nach Florida zu finanzieren. Dort tauchen sie ein in Partyexzesse mit Alkohol, Drogen und wahllosem Sex. Später schließen sie sich einem Gangster an, der mit Geld um sich wirft wie mit Konfetti. „Spring Breakers“ scheint mit buntem Musikvideo-Stil den Hedonismus seiner jugendlichen Figuren zu zelebrieren. Tatsächlich aber macht sich Regie-Rebell Harmony Korine über die popkulturelle Unterhaltungsmaschinerie und ihre Konsumenten lustig. Seine Mediensatire porträtiert eine amerikanische Jugend, die Britney Spears zum Idol erkoren hat und deren Verständnis des amerikanischen Traums sich aufs reine Geldscheffeln beschränkt. Die Ironie dabei: Dank der poppigen Inszenierung dürfte der Film gerade den Zuschauern gefallen, deren Lebensstil er bloßstellt. Sarkastisch. Martin Gobbin

USA 2012, 92 Min., R: Harmony Korine, D: James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson

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