Zeitung Heute : Militär will Schloss Schönhausen nutzen

Der Tagesspiegel

Pankow. Für die Gebäude rund um das Schloss Schönhausen ist ein neuer Mieter in Sicht. Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik prüft zurzeit eine mögliche Nutzung des ehemaligen Gästehauses und des Kongresszentrums. „Wir haben auch noch andere Häuser in der Stadt geprüft, aber die Pankower Gebäude erscheinen uns am geeignetsten“, sagte Oberst Manfred Rosenberger, Leiter des Akademiestabes. Im Sommer sollen die Gebäude zur Sanierung ausgeschrieben werden. Rund fünf Millionen Euro werde der Bund dafür zur Verfügung stellen müssen, schätzt Rosenberger. Er sei optimistisch, dass die Finanzierung zustande komme.

Von der Asbest-Entsorgung im Dachgebälk bis zum Brandschutz muss fast alles saniert werden. Noch im Frühjahr sollen die Gebäude von der Oberfinanzdirektion offiziell an das Verteidigungsministerium übergeben werden. Spätestens im Sommer 2004 will die Akademie den geschichtsträchtigen Ort mit neuem Leben füllen. 1990 wurde hier am Runden Tisch das Ende der DDR verhandelt, später legten die Zwei-plus-Vier-Gespräche mit den Alliierten das Fundament für die deutsche Einheit.

Schon bei der Gründung der Sicherheitsakademie als Fortbildungsstätte des Bundes für höhere Ministerialbeamte und Führungskräfte im Jahr 1992 war Berlin als Standort ins Auge gefasst worden. Dennoch wurde die Akademie zunächst provisorisch in der Bonner Rosenburg einquartiert. Bis zum heutigen Tage veranstaltet die Akademie ihre Fortbildungsseminare in Hotels. Das solle sich mit dem Umzug nach Niederschönhausen ändern, sagt Rosenberger.

Das Schloss selbst, für das ebenso wie für das zum Gebäudetrakt gehörende Hotel noch ein Nutzungskonzept gesucht wird, wolle die Akademie höchstens für Empfänge nutzen. „Wir wollen schließlich nicht residieren, sondern fortbilden.“ Der Pankower Baustadtrat Martin Federlein (CDU), der zuletzt eine Elite-Universität in den Gebäuden unterbringen wollte, zeigte sich erfreut über die Pläne der Bundesakademie. „Endlich wird dem jahrelangen Leerstand ein Ende gesetzt“, sagte Federlein. Besonders positiv sei die Tatsache, dass die Akademie ohne erhöhten Sicherheitsaufwand auskommen werde und der Schlosspark somit weiter für die Berliner geöffnet bleibe. akl

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