Zeitung Heute : Milliardenschaden durch Raubkopierer

In Düsseldorf ist eine international arbeitende Bande von Software-Piraten zerschlagen worden. Zwei mutmaßliche Haupttäter sitzen in Untersuchungshaft, bestätigte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) schätzt den durch die Software-Piraten entstandenen Schaden auf knapp eine Milliarde Mark.

Nach Angaben des Leiters der GVU-Ermittlungsabteilung, Bernd Kulbe, hatte die Bande im Internet unter der Marke "Akira" seit Ende 1998 bereits fünf CD-Sets mit illegaler Software zu einem Schleuderpreis von jeweils 70 Mark angeboten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätten allein die Programme auf dem sechsten und letzten Set "Akira 6" einen Wert von 9000 Mark gehabt. Auf den CDs waren Grafik- und Videobearbeitungsprogramme, Windows 98 und populäre Spiele enthalten. Es seien jeweils Auflagen von bis zu 20 000 Stück erreicht worden. GVU-Geschäftsführer Joachim Tielke schätzt den durch die Zerschlagung der Gruppe verhinderten Schaden auf rund 1,6 Milliarden Mark. "In dieser Größenordnung ist bisher weltweit noch kein Fall aufgedeckt worden", meinte Tielke.

Laut Kulbe haben die Ermittler der GVU von Hamburg aus monatelang die Piraterieszene beobachtet. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in Neuss griffen dann am 11. November vergangenen Jahres zu. Insgesamt wurden zwei Deutsche und zwei Dänen vorläufig festgenommen. Ihnen drohen bis zu fünf Jahren Haft.

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