Zeitung Heute : Milliardenverlust für Rentenkasse

Frankfurt/Berlin - Die gesetzliche Rentenversicherung wird in diesem Jahr erstmals nach fünf Jahren wieder rote Zahlen schreiben. Die Ausgaben dürften um etwa zwei Milliarden Euro über den Einnahmen von knapp 240 Milliarden Euro liegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, am Donnerstag. Das Defizit könne aber über die Rücklagen ausgeglichen werden. Ursache für das Minus sei die konjunkturelle Entwicklung, sagte Gunkel. Zuletzt klaffte bei den Rentenkassen im Jahr 2005 eine Lücke von knapp vier Milliarden Euro.

Kritisch äußerte sich Gunkel, der die Arbeitgeber im Rentenvorstand vertritt, zu den Sparplänen der schwarz-gelben Regierung. Der Beschluss, die bisherigen Beitragszahlungen für Hartz-IV-Empfänger komplett zu streichen, beschere der Rentenversicherung kurzfristig Einnahmeausfälle von rund zwei Milliarden Euro. Bis 2014 summierten sie sich auf acht Milliarden. Dafür geradestehen müssten die Beitragszahler mit höheren Beiträgen und die Rentner mit geringeren Rentenanpassungen, sagte Gunkel. Die für 2014 anvisierte Senkung des Beitragssatzes werde sich verschieben. Derzeit liegt der Beitragssatz bei 19,9 Prozent, ohne Sparpaket könnte er nach aktueller Prognose auf 19,8 Prozent sinken. Der Präsident der Rentenversicherung, Herbert Rische, rechtfertigte den Bundeszuschuss für die Rentenkassen. Bei den 57,3 Milliarden Euro, die 2009 aus Steuern flossen, handele es sich um „keine Subventionen“. dpa/raw

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