Zeitung Heute : Mimosen sind Warmduscher

Winterhart bepflanzte Kübel bieten über den Herbst hinaus eine Fülle von gestalterischen Möglichkeiten.

Immergrüne Pflanzen, wie hier die Buchsbäume, aber auch laubabwerfende Arten sind im Kübel gefährdet und erleiden im Winter leicht Schäden durch Vertrocknen. Bei frostfreiem Wetter muss man die Kübelpflanzen gießen. Foto: Tassilo Wengel
Immergrüne Pflanzen, wie hier die Buchsbäume, aber auch laubabwerfende Arten sind im Kübel gefährdet und erleiden im Winter leicht...

Wenn der Herbst mit Temperaturen um den Gefrierpunkt naht, dann wird es Zeit, alle frostempfindlichen Kübelpflanzen in ein geeignetes Winterquartier zu bringen. Das können Keller, Treppenhäuser oder Veranden sein. Guter Rat ist dann teuer, wenn kein geeignetes Winterquartier vorhanden ist. Deshalb werden für Balkon oder Terrasse oft verschiedene Gehölze als Kübelpflanzen verwendet, die winterhart sind.

Die Auswahl ist groß und reicht von verschiedenen Kletterpflanzen über Nadelgehölze bis hin zu laubabwerfenden Gehölzen. In dieses Sortiment reihen sich Arten und Sorten ein, die sich entweder während der Vegetationszeit mit schönen Blüten schmücken, im Herbst oder Winter mit leuchtenden Früchten die Blicke auf sich ziehen oder das ganze Jahr über als immergrüne Pflanzen einen attraktiven Eindruck machen. Dazu gehören auch buntlaubige Gehölze, die das ganze Jahr über ein prachtvoller Schmuck für den Balkon oder die Terrasse sein können. Gartencenter bieten ein reiches Pflanzensortiment an, unter denen sich eine Fülle von Arten und Sorten befindet, die sich hervorragend für diese Art der Verwendung eignen. Um die Pflanzen möglichst ohne Schaden durch den Winter zu bringen, sollte man geeignete Arten und Sorten auswählen.

Sehr attraktiv sind immergrüne Laubgehölze, von denen vor allem der Buchsbaum (Buxus sempervirens) immer noch zu den beliebtesten winterharten Kübelpflanzen gehört. Angeboten wird er in Kugel- oder Säulenform, auch als Hochstamm gezogen und mit einem Kugelschopf als Krone geformt, schmückt er Balkon und Terrasse. Lederartige Blätter und aparter Fruchtschmuck bis in den Winter zeichnet die Skimmie (Skimmia japonica) aus, ein lorbeerartig aussehender Strauch aus den japanischen Wäldern. Er wird selten höher als einen Meter und hat längliche, verkehrt eiförmige, lederartige Blätter. Von April bis Mai erscheinen kleine gelblich weiße Blüten in fünf bis acht Zentimeter langen Rispen an den Enden der Zweige. Sie haben einen starken Duft und werden bereits im Herbst ausgebildet.

Eine Fülle von Blattformen zeichnen die verschiedenen Sorten der Gemeinen Stechpalme (Ilex aquifolium) aus. Aber auch die Farbe der Blätter ist unterschiedlich und reicht von glatt grün bis gelbgrün gefleckt bis gelbrandig. Diese immergrüne Pflanze schmückt sich außerdem mit kleinen weißen Blüten, denen vom Sommer an dekorative, glänzend rote Früchte folgen.

Auch verschiedene Nadelgehölze empfehlen sich als winterharte Kübelpflanzen. Hier wählt man vor allem langsam wachsende Arten und Sorten, die viele Jahre im Kübel bleiben können. Bewährt haben sich Zwergformen von Wacholder und Kiefern, auch Fichten, Eiben und Lebensbaum bieten sich an. Vom Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) eignen sich die Sorten ,Compressa’ und ,Nana Aurea’, vom Chinesischen Wacholder (Juniperus chinensis) die Sorte ,Blaauw’ und bei den Kiefern gibt es schöne Zwergsorten wie ,Gnom’, ,Laurin’ oder ,Mops’. Von Fichten eignet sich die Zuckerhutfichte (Picea glauca ,Conica’) oder die blaunadelige Picea pungens ,Glauca Globosa’. Sehr grazil wirken Korallenfederzypressen (Chamaecyparis obtusa ,Nana Gracilis’) oder Sorten der Sawara- Scheinzypresse (Chamaecyparis pisifera) wie ,Filifera Nana’. Häufig werden auch Nadelgehölze ohne Namen als Balkonkasten-Koniferen angeboten. Für eine gewisse Zeit lassen sie sich auch als winterharte Kübelpflanzen in Gefäßen kultivieren.

Reich ist die Palette auch unter den laubabwerfenden Gehölzen. Die Auswahl reicht von Arten, bei denen der Laubschmuck im Vordergrund steht bis zu attraktiven Blütensträuchern.

Bei den Blütengehölzen gelten Rhododendron und Rosen als Favoriten, wobei die Auswahl entscheidend ist. Unter den Rhododendren empfehlen sich vor allem die laubabwerfenden Japanischen Azaleen, auch die immergrünen Rhododendron-Repens-Hybriden oder die sonnenverträglicheren Rhododendron-Yakushimanum-Hybriden eignen sich für eine Kübelbepflanzung hervorragend. Bei den Rosen bieten sich entweder Wildarten wie Hundsrose (Rosa canina), die gelb blühende Fuchsrose (Rosa foetida) sowie die heimische Rotblättrige Rose der Alpen (Rosa glauca) an. Auch die sogenannten Container-Rosen eignen sich dafür. Ein sehr hübscher Frühjahrsblüher ist der Zwergflieder (Syringa meyeri ,Palibin’). Er wird nur maximal eineinhalb Meter hoch und beeindruckt im Mai und Juni durch eine Fülle violetter Blüten.

Durch schönes Laub, das im Herbst durch leuchtende Farben einen zusätzlichen Effekt hervorruft, glänzen Ahorn (Acer ginnala, Acer palmatum), Perückenstrauch (Cotinus coggygria), Flügel-Spindelstrauch (Eonymus alatus) oder Großer Federbusch (Fothergilla major).

Schließlich eignen sich auch manche Kletterpflanzen hervorragend zum Bepflanzen von Gefäßen. Spitzenreiter ist der Efeu (Hedera helix), der sich im Laufe der Jahre an rauen Wänden weit emporschiebt. Allerdings sollte man ihn an die sonnenabgewandte Seite pflanzen, da er Halbschatten oder Schatten bevorzugt. Dagegen ist der echte Jasmin (Jasminum nudiflorum) für sonnige Wände bestens zu empfehlen. Es ist eigentlich schade, dass er so wenig verwendet wird, denn seine Stärke ist die Winterblüte.

Gehölze im Kübel sind zweifellos anfälliger gegen strenge Fröste als ausgepflanzte Gehölze, und die intensive Wintersonne verursacht außerdem Schaden an ungeschützten Pflanzen. Der Grund liegt auf der Hand. Pflanzen im Gefäß haben ein geringeres Wurzelvolumen, als ausgepflanzt, es kühlt schneller aus und erwärmt sich auch schneller. Während im Freiland ab 10 Zentimeter Tiefe nur selten Temperaturen unter Minus Sechs Grad Celsius auftreten, können die Temperaturen in ungeschützten Gefäßen wesentlich tiefer sinken. Dadurch kommt es zu Schäden im Wurzelbereich. Mehrere Methoden bieten sich hier an, dem vorzubeugen. Wer einen Garten hat, kann das bepflanzte Gefäß dort einsenken und mit Laub oder Fichtenreisig abdecken. Wer keinen Garten hat, muss die Pflanze vor großen Temperaturschwankungen und der Wintersonne bewahren. Bewährt hat sich die Methode, das Gefäß in Laub einzuhüllen.

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