Zeitung Heute : Mit 19 Mausklicks ans Ende des World Wide Web

Holger Schlösser

Das Internet ist eine Wundertüte an Informationen - was alle Surfer zumindest erahnten, das ist jetzt sogar wissenschaftlich belegt. Wohin der Forscherdrang einen auch führt, was immer man auch im Internet sucht, es ist nur 19 Mausklicks entfernt - rein statistisch gesehen, wie Wissenschaftler ausgerechnet haben. Die Wissenschaftler kamen in einer in der Zeitschrift "Nature" vorgestellten Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Rechner, die zusammen das Internet bilden, inzwischen derart eng vernetzt sind, dass auch die entfernteste Information auf den rund 800 Millionen Dokumenten im World Wide Web in kurzer Zeit vom heimischen Computer aus erreichbar ist.

Für ihre Untersuchung konstruierten die Netz-Forscher unter der Leitung des Physikprofessors Albert-Laszlo Barabasi von der Universität von Notre Dame im US-Staat Indiana einen Web-Roboter, der allen Links auf einer Web-Seite bis ans Ende folgte. Dies wurde wieder und wieder wiederholt. Mit statistischen Methoden wurde dann die durchschnittliche Distanz zwischen zwei zufälligen Web-Seiten im globalen Datennetz errechnet.

Selbst wenn das Internet um tausend Prozent wachsen sollte, würde sich die Entfernung zwischen den Web-Seiten nur von 19 auf 21 Links erhöhen. Dem normalen Internet-Surfer mögen solche Zahlenspielereien unwichtig erscheinen, für die Konstrukteure von Suchmaschinen können diese Erkenntnisse über die Struktur des globalen Datennetzes gleichwohl sehr hilfreich sein. Und das kommt dann auch wieder Otto Normalsurfer zugute. Den Gang in die Bibliothek wird er sich das nächste Mal vielleicht sparen - der dauert in jedem Fall länger.

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