Zeitung Heute : Mit allem rechnen

Auch im Jubiläumsjahr bietet das Programm von Berlins ältester Kultureinrichtung wieder viele Höhepunkte – auch für Kinder

Waltraud Hennig-Krebs

Neues Wissen aus erster Hand von hervorragenden Referenten einem breiten Publikum zu vermitteln, ist seit der Gründung vor 120 Jahren das Prinzip der traditionsreichen Berliner Kulturinstitution Urania. Durch die verkehrsgünstige Lage am U-Bahnhof Wittenbergplatz sowie durch die reichlich vorhandenen Parkplätze im Innenhof und in der Tiefgarage ist das Haus mit seiner behindertengerechten Ausstattung für alle interessierten Gäste bestens erreichbar. Das attraktive Angebot von rund 600 Vorträgen, 200 Filmvorführungen und zahlreichen Gastveranstaltungen ist alljährlich für mehr als eine Viertelmillion Menschen aller Altersstufen einen Besuch wert. Und so bietet das modernisierte Haus auch im Jubiläumsjahr wieder zahlreiche Highlights. Dazu gehören zum Beispiel eine Podiumsdiskussion mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan oder auch Götz Aly im Gespräch mit Gesine Schwan über das Jahr 1968 genauso dazu wie die Analyse Grimmscher Märchen durch Eugen Drewermann.

Das Wissenschaftsjahr 2008 steht zwar im Zeichen der Mathematik, doch das ist ein Bereich, dem sich die Urania bereits seit Jahren umfangreich widmet. Denn keine andere Wissenschaft durchdringt und beeinflusst unser Leben und unsere Arbeitswelt derart intensiv – Mathe ist überall. Dementsprechend ist das Programmangebot. So werden auch bei den Erlebnistagen für Kinder „Science, Sport und Technik“ (25. bis 28. März) unter anderem ausgewählte Themen zum „Jahr der Mathematik“ geboten. Außerdem können die Kids in dem von Pädagogen betreuten Ferienspaß bei Experimenten mitmachen, sich mit dem Computer beschäftigen oder ihren Bewegungsdrang unter anderem mit Break-Dance oder beim brasilianischem Kampftanz ausleben.

Ein weiteres Schülerprogramm findet zum Themenkomplex „Faschismus und Totalitarismus“ (4. und 6. April) statt. In zwei Soloperformances mit anschließender Diskussion präsentiert die Hamburger Schauspielerin Gilla Cremer die Opfer- und die Täterperspektive.

Jubel und Trubel dagegen dürfte das Haus am 5. und 6. Juni erfüllen, wenn bei den Aktionstagen „Spiel und Wissen“ Kinder und Erwachsene technische und wissenschaftliche Spielzeuge kennen lernen und ausprobieren dürfen. Es kann gebastelt und gemalt werden, es gibt unter anderem Lern- und Knobelspiele sowie Baukästen, aber auch Workshops in Computer- und Videotechnik sowie chemische Zaubereien.

Zu den kulturellen Highlights gehören zweifellos auch die Darbietungen auf der Bühne, wie beispielsweise die Gastspiele der Deutschen Oper unter dem Motto „Kinder tanzen für Kinder“. Aufgeführt werden in kindgerechter Umsetzung Ballette wie „Der Nussknacker“, „Dornröschen“, „Coppélia“ und „Aschenputtel“. Auch die zum 10-jährigen Bestehen der Reihe entstandene Neuproduktion von „Schwanensee“ steht im Herbst wieder auf dem Programm. Und das „Studio für Historischen Tanz e.V.“, deren Mitwirkende in entsprechenden Kostümen Originaltänze vergangener Zeiten darbieten, sind immer wieder gern gesehene Gäste.

Doch nicht nur Klassisches im traditionellen Sinn ist zu hören und zu sehen: Mit Wortwitz präsentieren sich Kabarettisten wie Martin Buchholz, Fips Asmussen, Eckart von Hirschhausen oder auch Reiner Kröhnert, Robert Kreis, Guido Cantz oder Mark Benecke, der kriminalbiologisches Infotainment bietet.

Eine lange Tradition hat auch die Filmbühne. Kurz nach ihrer Gründung wurden hier die ersten „bewegten Bilder“ gezeigt. Heute präsentiert Berlins größtes Programmkino nicht nur als Nachspieler den Wettbewerb der Berlinale, sondern auch preisgekrönte Filme, Publikumserfolge, aber auch Raritäten und Dokumentarstreifen.

Studienreisen, die umfangreiches Wissen vermitteln, sind das Markenzeichen von „Urania-KulTouren“, die gemeinsam mit der „Windrose Fernreisen Touristik GmbH“ durchgeführt werden. Qualifizierte Reiseleiter, die durch länderkundliche Vorträge im Rahmen des Urania-Programms ihre Kompetenz beweisen, werden bei der Planung der Reisen einbezogen. Angeboten werden in diesem Jahr mehr als 40 Reisen, nahe und ferne Ziele, darunter Fahrten ins Baltikum (6. bis 15., 18. bis 27. Juni), ins Nördliche Ostpreußen (11. bis 20. Juli) oder nach Venedig – Florenz – Rom (13. bis 22. September).

Ausführliche Informationen über die Termine bietet die monatlich erscheinende Programmbroschüre oder das Internet unter www. urania.de

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