Zeitung Heute : Mit "Click" und "Clack" durchs Web

Simone Leinkauf

In jedem zweiten Haushalt in Deutschland steht ein Computer, statistisch gesehen. Selbst Grundschüler klicken sich inzwischen mit einer Routine durch Spiele und Programme, dass mancher Mutter und manchem Vater nur noch die Ohren schlackern. Viele Kinder können mit dem PC umgehen, bevor sie Lesen lernen. Aber auch die kleinen Computerspezialisten fallen nicht vom Himmel. Und die Vermittlung von Computerkenntnissen an der Schule oder durch die Eltern ist längst nicht so optimal, wie man sich das wünschen würde. Nachhilfe ist gefragt, doch die Handbücher für erwachsene Computernutzer sind zu dick, zu umständlich und mit Detailwissen überfrachtet, das die meisten Menschen am PC niemals benötigen. Strohtrocken sind sie außerdem. Und genau das haben auch einige Kinder- und Jugendbuchverlage entdeckt, die Computerratgeber für Kinder und Jugendliche auf den Markt bringen, mit denen vermutlich auch mancher Erwachsene lieber arbeiten wird, als mit den "normalen" Handbüchern.

Der Beust-Verlag kam schon vor einem Jahr in der Reihe KidsWorld mit einem "Internet-Guide für Eltern und Kids" heraus, der richtig gut gemacht ist. Auf der linken Seite stehen die Hinweise und Erklärungen für die Eltern, auf der rechten Seite werden die gleichen Inhalte kindgerecht serviert: So finden auf Seite zwölf im Vorwort die Eltern einige Fakten zum Thema Internet und Nutzung, während auf der daneben liegenden Seite 13 die Kids von den Comicfiguren "Click" und "Clack" begrüßt werden. Diese begleiten die Erklärungen für die Kinder durchs ganze Buch. Die Texte für die erwachsenen Leser sind komplexer als die für die Kinder, aber dennoch verständlich geschrieben und gut nachzuvollziehen. Vom "Weg ins Internet" über "Die eigene Homepage" werden bis zur "Veränderung unseres Lebens durch das Internet" die wichtigsten Fragen geklärt, das alles in übersichtlicher Form und zum schnellen Nachschlagen geeignet: Sabine Hamann: Der Internet-Guide für Eltern und Kids - Gemeinsam surfen und den Cyberspace erforschen, Beust Verlag, München 2000, 208 Seiten, 26,80 DM.

Und was, wenn Eltern und Kinder gar nicht gemeinsam ins Internet wollen, der Nachwuchs sich den PC möglicherweise selbst erobern will? Auch da gibt es Abhilfe: Arena hat eines der ersten PC-Praxisbücher speziell für Grundschüler herausgebracht. Die einzige Voraussetzung - Lesen sollte man schon können, denn auch wenn die beiden von der Kinderbuchillustratorin Carola Holland gezeichneten Katzen Diggi und Biggi durchs Buch führen, so gibt es eine Menge Text. Lesefaule Schüler haben vermutlich Schwierigkeiten, durch die für Leseanfänger doch ziemlich langen Texte hindurchzukommen. Dafür ist die Zusammenstellung zu den einzelnen Themen übersichtlich und der Praxisbezug ist groß geschrieben - es gibt detaillierte Anweisungen wie beispielsweise ein Bild gemalt oder ein Mandala erstellt wird: Roland Volk: Schritt für Schritt computerfit! - Ein PC-Praxisbuch für Grundschüler, Arena Verlag, Würzburg 2001, 64 Seiten, ab 7 Jahre, 19,80 DM.

War die Lektüre des PC-Praxisbuches erfolgreich und sind die Kids mit den ersten Grundbegriffen des Computers vertraut, dann werden schnell auch Freundschaften rund um den Globus geschlossen - selbstverständlich per Internet. Damit die elektronische Post auch sicher beim Adressaten ankommt, gibt es bei Arena für Kinder ab zehn einen ausführlichen E-Mail-Ratgeber: Von der Geschichte der Nachrichtenübermittlung bis zur Auswahl eines Internetanbieters werden Themen rund um die Kommunikation per Computer abgehandelt - übersichtlich, in der gebotenen Kürze und mit unterhaltsamen Illustrationen: Mark Wallace, Philippa Wingate: e-m@il - Tipps und Fakten für Einsteiger, Arena Verlag, Würzburg 2001, 48 Seiten, ab 10 Jahren, 19,80 DM.

Ebenfalls an Grundschüler wendet sich Ravensburger mit der neuen Reihe "PC Profi", in der auf jeweils 72 Seiten ausführlich erklärt wird, wie mit Windows, Word und dem Internet umgegangen wird. An der Zielgruppe orientiert, kommt auch diese Reihe mit vielen Illustrationen und Abbildungen daher, ist in der Aufmachung allerdings unruhiger und dadurch auch unübersichtlicher, als die Arena-Titel. Auch die praktischen Beispiele sind nicht immer auf den ersten Blick nachzuvollziehen. Also eher für etwas ältere Kinder etwa ab 10 bis 12 Jahren geeignet, die im Lesen sicher sind und sich von der witzigen aber zu vollen Seitengestaltung nicht zu sehr vom Inhalt ablenken lassen. Eine echte Hilfestellung für jugendliche Surfer bietet der Band mit den Internetadressen, in dem mehr als 1000 für Kinder unbedenkliche Links - nach Themen und Schulfächern geordnet - aufgelistet sind: Manfred Schwarz: PC-Profi - Schritt für Schritt Computer-fit für Einsteiger: Word - Windows - Internet - E-M@il - Best of Internet, Internetadressen für Schüler, Ravensburger Buchverlag, ab 8 Jahren, je Band 72 Seiten, 19,80 DM.

Und wenn die Kids zu Jugendlichen werden? Seit 1997 hat Cornelsen den so genannten "Pocket Teacher" im Programm: Das sind in übersichtlichen Kapiteln aufgebaute Bände mit spannendem Hintergrundwissen zum jeweiligen Thema. Seit dem Start wurden 850 000 Exemplare verkauft. Seit Herbst gibt es den neuen Pocket Teacher "Internet für Schüler" ab Klasse 5 (Cornelsen, Berlin 2001, 112 Seiten, 12,80 DM). Hinzu kommen in der neuen Reihe "Pocket Thema" vier Bände unter dem Motto "Computer im Griff": Tabellenkalkulation mit Excel - Textverarbeitung mit Word - Umgang mit Windows Me, Cornelsen Verlag, Berlin 2001, je Band 112-128 Seiten, 12,80 DM. Für Schüler ab Klasse 9 handliche und gut gemachte Informationen, die in jede Hand- und Schultasche passen.

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