Zeitung Heute : Mit dem Abgang von Georg Kofler ist die Pionierzeit vorbei (Kommentar)

jhb

Georg Kofler hat Pro 7 aus der Asche von Eureka-TV heraus zum Phönix des deutschen Privatfernsehens aufsteigen lassen. Jetzt hat er seinen Abschied angekündigt. Er hinterlässt eine profitable Senderfamilie. Die Gründerzeit im Privatfernsehen ist damit vorbei, die Ära seiner Pioniere, von Karl-Ulrich Kuhlo (n-tv) über Helmut Thoma (RTL) bis zu Kofler, bereits Mediengeschichte. Aus Unternehmungen wurden Konzerne. Der Bewegungsspielraum der Führungskräfte ist damit geschrumpft. Das Abenteuer Privatfernsehen ist der Arithmetik eines Geschäftsfeldes gewichen. Mancher Gründer hat es gespürt, mancher es zu spüren bekommen. Doch wird diese Branche auch künftig nicht von den "Rechenschiebern" in seiner Erfolgsspur zu halten sein. Die "Bauch"-Entscheidung einzelner mit dem Recht auf Irrtum muss möglich bleiben. Spitz rechnende Kontroller der Konzerne sind nützlich, kreativ sind sie nicht. Das Wachstum der privaten Fernsehindustrie wird sehr davon abhängen, inwieweit sie risikofreudige Visionäre an der Spitze zulassen wird. Der Branche haben die Koflers, Kuhlos und Thomas große Aufmerksamkeit garantiert. Besonders in dem Punkt, der das private Fernsehen vor allem auszeichnen soll: dem Unterhaltungswert. Die Zeit nach den Koflers kann nur weniger lustig sein.

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