Zeitung Heute : Mit dem Strom

Alexander Visser

Im Leipziger Land ist das weltgrößte Solarkraftwerk in Betrieb gegangen. Was kostet der hier produzierte Strom?

Sonnenschein kostet nichts. Doch Photovoltaikanlagen, die Sonnenstrahlen in Strom umwandeln, sind teurer als andere erneuerbare Energiequellen wie Wasser- oder Windkraftanlagen. Eine Kilowattstunde Strom aus herkömmlichen Kraftwerken hat einen Marktwert von drei bis vier Cent. Ökostrom kostet im Schnitt neun Cent pro Kilowattstunde. Der jetzt in Leipzig produzierte Strom wird dagegen mit 45 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Der Preis für Solarstrom ist bundesweit einheitlich.

Das ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Es sieht vor, dass der Anteil von aus Wind, Wasser, Sonne und anderen alternativen Energien gewonnenem Strom von jetzt knapp zehn Prozent bis 2020 auf 20 Prozent steigt. Die Energieversorger sind durch das EEG verpflichtet, auch den teureren Ökostrom abzunehmen. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft kritisiert, dass das die Stromkunden allein im Jahr 2003 etwa 1,9 Milliarden Euro gekostet hat.

Der Anteil von Solarstrom an den gesamten erneuerbaren Energien ist noch gering. Wegen der hohen Kosten ist die Förderung von Solaranlagen auch unter den Anhängern einer Förderung der erneuerbaren Energien umstritten. Zumal es für Solaranlagen günstigere Standorte gibt als das regnerische Deutschland. So kann mit Solarzellen etwa in der Sahara mindestens 50 Prozent mehr Strom gewonnen werden als in Deutschland. Deswegen preist die Bundesregierung die Solartechnik auch als Exporttechnologie an.

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