Zeitung Heute : Mit der elektronischen Schere

Urlaubsfilme lassen sich am bequemsten im PC bearbeiten – Videoschnitt-Programme machen es möglich

Kurt Sagatz

Im Film läuft alles zusammen – Video und Audio, Standbilder und gesprochene Kommentare, Effektblenden und Verfremdungstechniken. Im letzten Teil der Tagesspiegel-Serie „Digitale Welten“ erfahren Sie, wie man mit dem mehrfach ausgezeichneten Windows- Programm Magix Video deLuxe in der Silver-Edition dieses Zusammenspiel verschiedener Medien in den Griff bekommt.

AUFBAU DES PROGRAMMS

Das Programm Magix Video deLuxe silver ist im Wesentlichen in drei Bereiche unterteilt: links oben das Abspielfenster, rechts daneben der Direktzugriff auf sämtliche Materialien und unten das Fenster für den gerade geöffneten Film, den man sich entweder als Übersichtsbild („Storyboard-Modus“) oder aber im „Timeline“-Format als Zeitleiste anzeigen lassen kann. Besonders nützlich ist der Menüpunkt „Aufgaben“, der die sechs wichtigsten Schritte vom Rohmaterial zum fertigen Film erläutert.

VIDEOS IMPORTIEREN ODER MIT TV-KARTEN AUFNEHMEN

Ausgangspunkt des Videoschnitts und der DVD-Ausgabe ist das Rohmaterial – also zum Beispiel der Urlaubsfilm oder aber der mit einer TV-Karte aufgezeichnete Fernsehbeitrag. In den Computer gelangt das Rohmaterial mit dem Aufnahmemenü, zu erreichen über den runden Punkt in der Navigationsleiste unter dem Abspielfenster. Das Programm Video deLuxe ist in der Lage, mit den verschiedensten Medien umzugehen. Zur Auswahl stehen digitale und analoge Videos, die Audio-Aufnahme sowie der Import von Einzelbilder und Fotos. DV als MPEG steht in der Silver-Edition nicht zur Verfügung. Im Workshop wird nun beschrieben, wie man einen TV-Beitrag aufzeichnet und weiterbearbeitet.

EINE FERNSEHSENDUNG AUFNEHMEN

Zum Aufzeichnen des Fernsehprogramms benötigen Sie eine TV-Karte oder einen externen Empfänger für den PC. Handelt es sich dabei um einen DVB-T-Empfänger wird das Signal direkt digital mitgeschnitten, muss also nicht mehr aufgezeichnet werden. Für eine analoge Fernsehkarte wird die Option „Analoges Video“ gewählt. Über das nun geöffnete Fenster werden sämtliche benötigten Einstellungen in vier Schritten vorgenommen. Unter Punkt 1 wird kontrolliert, ob die eingebaute TV-Karte auch richtig erkannt wurde. Über „Eingang“ wird der gewünschte Kanal eingestellt. Unter 2 wird ein eindeutiger Name und der Speicherort festgelegt. Punkt 3 dient dazu, die Qualität der Aufnahme auszuwählen. Als Richtschnur gilt: Die beste Qualität bringt eine DVD-Aufnahme, allerdings können ältere Rechner damit überfordert werden. Fast ebenso gut, aber weniger leistungshungrig ist die S-VCD-Aufnahme, die einen guten Kompromiss darstellt. VCD-Videos sind hingegen kaum zu empfehlen. Unter Punkt 4 wird die Aufnahme entweder mit dem roten Button manuell gestartet oder man nutzt die Zeitsteuerung mit Anfangszeit und Dauer der Sendung. Wichtig: Machen Sie zuvor eine Probeaufnahme und kontrollieren Sie den Aufnahmepegel unter dem Bild rechts. Nötigenfalls über den Button „Aussteuerung“ nachregeln. Ist die Aufnahme beendet, wird das Fenster mit „OK“ geschlossen, das gerade gemachte Video landet automatisch zur weiteren Bearbeitung in der Zeitleiste.

SCHNITTE UND BLENDEN

Sehen Sie nun in der unteren Leiste nur ein einziges Bild (Storyboard-Modus), drücken Sie rechts auf den Button „Timeline“. Nun füllt der Film die Leiste in voller Breite. Unter dem Video wird der mitaufgenommene Ton dargestellt. Wenn Sie nun die ersten Schnitte vornehmen: Keine Sorge, Sie können den Ursprungsfilm nicht zerstören, denn der dargestellte Film dient quasi als Referenz, in der alle Änderungen festgelegt werden, die beim späteren Ausspielen des Films ausgeführt werden. Das Werkzeug zum Schneiden ist die Schere unter dem Abspielfenster. Bewegen Sie nun den linken roten Strich zu der Stelle, an der geschnitten werden soll. Für den Filmanfang wählen Sie die Option „Szenenanfang entfernen“. Störende Passagen im Film werden über „Szene zerschneiden“ (Anfang und Ende) eliminiert. Und die Option „Szenenende entfernen“ wird am Ende des Films angewandt. Während es bei Aufnahmen aus dem Fernsehen in erster Linie darum geht, die störende Werbung herauszuschneiden, dient der Schnitt beispielsweise beim Urlaubsfilm auch dazu, ihn mit dem sparsamen Einsatz von Blenden und Effekten aufzuwerten. Dies würde den Rahmen des Workshops allerdings sprengen. Eine gute Einstiegshilfe bietet die ausführliche Dokumentation, die Sie über die „Hilfe“ finden. Auch der Online-Workshop hilft weiter, wenn beispielsweise Musik unterlegt werden soll oder man Szenen nachvertonen möchte.

DEN FILM FERTIG STELLEN

Die direkte Ausgabe auf DVD ist mit dieser Version leider nicht möglich, da das dafür nötige Codierprogramm mit Lizenzrechten belegt ist. So kommen Sie aber dennoch zu Ihrem Film. Nachdem alle Bearbeitungsschritte erledigt sind, wird über den Menüpunkt „Datei“ die Option „Film exportieren“ und dann „Windows Media Export“ ausgewählt, wie es bereits beim letzten Workshop erklärt wurde. Anstatt Audio wählen Sie nun aber unter „Erweitert“ das Profil „WM9 PC“ mit der Auflösung 640x480. Zum Abspielen nutzen Sie den Windows Media Player, der in Windows XP vorinstalliert ist. Selbst als Vollbild liegt die Qualität ihres Mittschnitts auf dem Niveau des Originals, allerdings ohne nervende Werbung.

Die Serie im Internet:

www.tagesspiegel.de/digitale-

welten

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