Zeitung Heute : Mit einem Herz von Mercedes

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Schon die Einführung des 1,6-Liter-Benziners mit einer Leistung von 85 kW (115 PS) als neue Basismotorisierung war ein Gewinn für den Chrysler PT Cruiser, der damit auch angesichts des Preises von 18 100 Euro für viele attraktiv wurde, denen die Zweiliter-Versionen, die knapp 3000 Euro mehr kosten, einfach zu teuer waren. Nun tritt neben die beiden Benziner als drittes Aggregat ein Diesel, ein hochmoderner Direkteinspritzer mit Common Rail, der eine Leistung von 89 kW (121 PS) entwickelt und bereits bei 1600/min sein höchstes Drehmoment von 300 Nm liefert, das in dieser Höhe bis 2600/min verfügbar bleibt. Ein Aggregat also, das geradezu geschaffen ist für kraftvollen Anzug und überzeugende Elastizität.

Und genau das bestätigten kürzlich die ersten Probekilometer mit dem neuen Diesel, der an diesem Wochenende bei den Chrysler-Händlern eingetroffen ist. Denn mit nur 12,1 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h ist er der flotteste PT Cruiser überhaupt, mit dem auch die Benziner nicht mithalten können. Hinzu kommt der mit durchschnittlich 6,9 l/100 km besonders niedrige Verbrauch des mit Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestatten PT Cruiser 2.2 CRD. So sind mit dem 57-Liter-Tank Reichweiten von bis zu 900 Kilometer mit nur einer Tankfüllung kein Problem, und wenn man nicht zu kräftig aufs Gaspedal drückt, reicht der Vorrat auch für 1000 km.

Es ist allerdings auch ein besonderes neues Herz, das Chrysler in seinen Cruiser eingepflanzt hat. Denn erstmals griff man bei diesem Modell auf einen Mercedes-Motor zurück - den Common-Rail-Diesel OM664, der auch in verschiedenen Mercedes-Benz-Modellen eine gute Figur macht. Allerdings war erheblicher Aufwand nötig, um diesen Motor auch unter die Motorhaube des PT Cruiser zu bekommen. Denn bei Mercedes-Benz ist er längs eingebaut und treibt die Hinterräder an. Für den PT Cruiser musste er für den Quereinbau erheblich umgebaut werden. Denn sonst hätte er in den vergleichsweise knappen Motorraum nicht hineingepasst.

Doch nicht nur die Fahrleistungen des neuen PT Cruiser 2,2 CRD überzeugen. Denn nicht minder gefällt der hohe Fahrkomfort dieses Autos, dem man nur bei sehr genauem Hinhören überhaupt anhört, dass ein Diesel unter seiner Motorhaube arbeitet. Mit dazu trägt bei, dass dieser Motor zusätzlich mit zwei gegenläufigen Ausgleichswellen ausgestattet ist, die ihm die Laufruhe geben, die man von den längs eingebauten Motoren gewohnt ist.

Zugleich ist der PT Cruiser 2.2 CRD das erste Gemeinschaftsprojekt, das von den DaimerChrysler-Marken Chrysler und Mercedes-Benz in Angriff genommen und zu einem überzeugenden Abschluss gebracht wurde. Dennoch ist der 2.2 CRD nicht der einzige Chrysler mit einem Mercedes-Motor, der in Stuttgart gefertigt wird. Denn auch im Chrysler Voyager 2.5 CRD und im neuen Jeep Cherokee 2.5 CRD arbeiten Konzern-Motoren. Die stammen allerdings von der italieneischen Firma VM, die zur DaimlerChrysler-Tochter Detroit Diesel gehört. Dieser Motor leistet 105 kW (142 PS). Ein Mercedes-Triebwerk steckt schließlich auch im Grand Cherokee 2.7 CRD mit seinen 120 kW (163 PS). Denn dieser Fünfzylinder stammt von jenem Triebwerk ab, das auch in der C-, E- und M-Klasse von Mercedes eingesetzt wird.

Die Preise für den PT Cruiser mit Selbstzünder beginnen bei 26 000 Euro für den zuerst erscheinenden LTD. Seit Einführung des PT Cruiser wurden weltweit bereits mehr als 300 000 Exemplare in den USA und auf den internationalen Märkten verkauft, auf denen mehr als 44 000 Exemplare Käufer fanden. Chrysler rechnet damit, dass die Verkaufszahlen insbesondere auch in Deutschland mit Einführung des Diesels, für den bereits eine lebhafte Nachfrage herrscht, spürbar steigen werden.

Übrigens kommen die für den europäischen Markt gebauten Modelle des PT Cruiser nur noch für kurze Zeit aus dem österreichischen Graz. Denn diese Fertigung wird nach dem Verkauf des Werks schon bald eingestellt. Dann kommen die Fahrzege wie zu Beginn wieder aus Mexiko, wo inzwischen ausreichend Produktionskapazitäten geschaffen wurde.

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