Zeitung Heute : Mit Minze und Melisse

Aus heimischen Pflanzen aromatische Tees machen

Helga Panten[dpa]
Katzenminze als Tee? Bei der Nepeta cataria ssp. citriodora mit ihrem Zitrusaroma lohnt sich eine Kostprobe. Foto: dpa-tmn
Katzenminze als Tee? Bei der Nepeta cataria ssp. citriodora mit ihrem Zitrusaroma lohnt sich eine Kostprobe. Foto: dpa-tmnFoto: dpa-tmn

Entspannung, Erfrischung und sinnlicher Genuss: Im Garten wächst der Stoff dafür. Pflanzen, deren Blätter nur aufgegossen werden müssen, damit sie Düfte und Aromen freisetzen. Pfefferminze, Kamille und Fenchel gehören dazu. Aber es gibt noch viele andere Kandidaten für aromatische Tees.

Ein intensiver Geschmacksträger ist die nordamerikanische Indianernessel (Monarda). In vielen Staudenbeeten machen sich die Pflanzen mit ihren roten, rosa oder violetten Blütenquirlen breit. Aus ihren Blättern und Blüten lässt sich eine Art Bergamotte-Tee aufgießen. Die kräftig rot blühende Sorte „Squaw“ gilt als besonders wohlschmeckend. Am besten wird sie mit grünem oder schwarzem Tee gemischt – denn wie das Aroma der echten Bergamotte kann auch das der Monarde zu viel werden. Monarda citriodora besitzt ein herbes Zitronenaroma. Die Rosen-Monarde (Monarda fistulosa x tretraploid) verleiht dem Tee Rosenduft.

Indianerminzen (Agastache) gibt es ebenfalls in den verschiedensten Aromen. Mit kräftigen blauen, violetten oder rosa Blütenähren setzen sie in Staudenbeet oder Kübel Akzente. Wer Minze mag, ist mit der Koreanischen Minze (Agastache rugosa) aus Ostasien gut bedient. Besonders hübsch blüht die zartblaue Sorte „Black Adder“. Minzaromen umwehen auch die Agastache aurantiaca, die mit ihren orangefarbenen Blüten hübsche Kontraste liefert. Wer Noten von Anis und Lakritze bevorzugt, schneidet Blätter und Triebe von Agastache foeniculum. Die mauvefarbenen Ähren von Agastache astromontanum duften nach Lavendel. Und an der rosablütigen Agastache cana lässt sich der Geruch von Orangenthymian wahrnehmen. Ihr Aroma soll übrigens auch Mücken fernhalten. Gegen Schnecken hilft es leider nicht. Die Tiere lieben alle Indianerminzen, wer nicht aufpasst, findet nur noch nackte Stängel.

Verveine heißt ein französischer Teeklassiker mit köstlichem Zitronengeschmack. Die Pflanze, die dahintersteckt, wird bei uns Zitronenverbene (Aloysia triphylla) genannt – auch wenn sie eigentlich nicht zu den Verbenen zählt. Ihre Blätter stecken voller Aromen und werden aufgebrüht zu wohlschmeckendem Tee. Als nicht winterharter Strauch wächst sie am besten im Kübel und übersteht den Winter an einem kühlen, aber frostfreien Platz.

Der Geruch von Katzenminzen (Nepeta) ist nicht jedermanns Sache. Aber bei der weiß blühenden Nepeta cataria ssp. citriodora lohnt sich eine Tee-Kostprobe. Sie besitzt ein kräftiges Zitrusaroma, das ohne Weiteres mit der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) konkurrieren kann. Häufig wird sie als Weiße Melisse bezeichnet, denn auch sie wirkt entspannend, erfrischend und hilft bei Erkältung und Verdauungsbeschwerden.

Tee aus Studentenblumen (Tagetes)? Schon der Gedanke daran lässt schaudern. Aber neben den bunten Beetpflanzen hält die Gattung auch aromatische Gewürztagetes bereit. Tagetes lucida beispielsweise überrascht mit Anis-Waldmeister-Aroma. Tagetes filifolia besitzt kräftigen Lakritz-Geschmack und Tagetes tenuifolia „Orange Gem“ das Aroma von Orangenschalen.

Aus frischen Blättern und Trieben hergestellt schmeckt Tee am besten. Je nach Intensität sollte er fünf bis zehn Minuten ziehen. Für den Vorrat dürfen nur trockene Blätter geerntet werden, die an einem schattigen, luftigen Platz in kleinen Bündeln aufgehängt werden. Sie können auch flach auf einem mit lockerem Gewebe (Gardine oder Tüll) bespannten Rahmen trocknen. Helga Panten, dpa

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