Zeitung Heute : Mit Roy Black beginnt die ARD eine neue Staffel "Legenden"

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Er lullte eine halbe Nation mit seinen Liedern um Liebe, Herz und Glücklichsein ein: Gerhard Höllerich, besser bekannt als Roy Black. Schlagersänger war er, Rockmusiker hatte er immer werden wollen. Der mangelnde musikalische Anspruch - nicht das einzige Dilemma des Augsburgers: Er war ein zutiefst gespaltener Mensch; sein Leben lang haben ihn eine Sehnsucht nach Kameradschaft und Freundschaft, die Angst vor seinen Selbstzweifeln begleitet. Solange an dem Produkt "Roy Black" jedoch "eine ganze Industrie hing" (Frank Elstner), wurde ihm das durch einen nagelneuen Porsche und die Küsse von Tausenden Mädchen aufgewogen. Doch als Mitte der 70-er Jahre die Plattenumsätze seiner neuen Titel in den Keller stürzen und die Menschen im Kino sich an ihm sattgesehen haben, beginnt sein Abstieg: Die weiche Welle ist vorbei, das Sunnyboy-Image bekommt Risse. Alkoholprobleme, Depressionen, die Trennung von seiner Familie - Anfang der 80-er Jahre gilt der ehemalige Superstar als Verlierer. Er rappelt sich noch einmal auf, doch seine Selbstzweifel bleiben. "Ich war eine Marionette", hat Roy Black 1991, kurz vor seinem frühen Tod, gesagt. Auch Roland May dokumentiert in seinem Film über die "Legende" Roy Black (21 Uhr 45 im Ersten) das Auf und Ab des Entertainers. Er befragte zahlreiche Weggefährten, darunter seine Freunde aus der Schülerband "The Cannons" und seinen Manager Wolfgang Kaminski - allerdings ohne Neues über das Phänomen "Roy Black" zu Tage zu bringen. Die Dokumentation bildet den Auftakt für die zweite Staffel der ARD-Reihe "Legenden" mit Elvis Presley, Niki Lauda, Aristoteles Onassis, Elizabeth Taylor und Wernher von Braun.

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