Zeitung Heute : Mit Schwung zum Heilen

Professor Reischies ist Chef der neuen Klinik

Die Friedrich von Bodelschwingh-Klinik in Berlin-Wilmersdorf muss sich als neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nun ihren guten Ruf erarbeiten. Mit Prof. Dr. Friedel M. Reischies als medizinischem Direktor dürfte ihr das leicht fallen. Der 56-Jährige hat sich mit zahlreichen medizinisch-wissenschaftlichen Arbeiten etwa zu den Themen Depression und alterspsychiatrische Erkrankungen internationale Reputation erworben. Bekannt geworden ist er zum Beispiel auch durch seine Mitarbeit an der Berliner Altersstudie. Mit seinem „Lehrbuch für Psychotherapie“, einem Standardwerk, hat er sich ebenfalls einen Namen gemacht.

Im Gespräch mit ihm ist die große Begeisterung spürbar, mit der er an seine neue Aufgabe in der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik herangeht. „Es ist hier etwas Besonderes geschaffen worden“, findet er und freut sich über das breit gefächerte Therapieangebot, das in der Klinik ermöglicht worden ist. Das ist aus seiner Sicht auch nötig, denn die psychiatrische Versorgung hat sich in der jüngeren Vergangenheit enorm weiterentwickelt. „Es hat im Grunde genommen eine therapeutische Revolution stattgefunden“, erläutert er. „Die Behandlungsprogramme für die verschiedenen Erkrankungen sind sehr komplex geworden und dienen nicht nur der Krisenintervention sondern versprechen eine nachhaltige Wirkung.“ Die dauerhafte Gesundung des Patienten sei deshalb ein realistisches Ziel geworden.

Seine Affinität zur Psychiatrie und zur Tätigkeit in einem Krankenhaus hat bei Prof. Reischies schon eine längere Geschichte. Der gebürtige Hannoveraner ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Dass er sich im Laufe der Zeit stärker zum zweiten Teilgebiet hingezogen fühlte, begründet er mit den wesentlich größeren Möglichkeiten, die das Thema seinerzeit bot. „Man wusste in der Psychiatrie viel weniger als in der Neurologie, das hat mich gereizt.“ Klar war für ihn auch relativ schnell, dass er sich nicht als Facharzt niederlassen würde. „Ich wollte unbedingt in eine Klinik, etwas anderes konnte ich mir nicht vorstellen.“

Dort ist er nun schon eine ganze Weile, denn vor seiner neuen Position war er Leiter der GPVA-Stationen der „Psychiatrischen Universitätsklinik im Charité“ in der Eschenallee. Die Position des medizinischen Direktors in der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik ist für den Vater dreier Kinder ein spannender nächster Schritt in seiner Mediziner-Laufbahn. „Es sind hier erstklassige Bedingungen vorhanden, um eine Vorzeigeklinik aufzubauen“, sieht er die Perspektive, die ihm seine neue Stelle bietet, in einem durchweg positiven Licht. pivo

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