Zeitung Heute : Mit Space2go wird das Internet zum Organizer

Kurt Sagatz

Es war wie so oft: Die zündende Idee kam Christian Huthmacher auf einem Transatlantik-Flug. Immer mehr Menschen - derzeit vor allem Manager, aber künftig auch verstärkt Privatleute - besitzen immer mehr Geräte, auf denen Datenbestände zum Abruf bereitstehen. PC, Laptop, Orgainzer, Handy - mit jedem Gerät können Adressen, Termine, Aufgaben und Notizen gespeichert werden. Die Crux: Das Gerät mit den gerade benötigten Infos liegt immer am falschen Ort.

Wie zu jedem Problem gibt es auch hierzu eine Lösung, die den Namen Space2go trägt, und dessen Geschäftsführer Huthmacher ist. Dahinter steckt eine Berliner Firma, die von sich behauptet, die größte Festplatte der Welt zu besitzen und diese ihren Kunden gegen ein adäquates Entgelt zur Verfügung stellt. Mit einem Volumen von einer Million Gigabytes ist die Space2go-Harddisk an Größe kaum zu schlagen. Der über das Internet von überall auf der Welt erreichbare Speicherplatz wird nun zur zentralen Lagerung und Verwaltung der persönlichen und beruflichen Datenbestände der Kunden genutzt.

In erster Linie geht es um den Abgleich der vielen Organizer-Dateien zum Beispiel des Lotus Organizers oder von Microsoft Outlook. Sie sind die Basis sämtlicher stationären und inzwischen auch mobilen Büros. Adresseinträge, Terminplanungen, Aufgabensteuerung, Notizen - all das wird in den entsprechenden Dateien gespeichert und erlaubt die effektive Planung des Arbeitslebens. Darüber hinaus kann die Netz-Festplatte auch zum Speichern von Office-Dokumenten genutzt werden.

Mit Space2go stehen diese Daten nun in Berlin genauso zur Verfügung wie in Baltimore. Nach der Anmeldung über die Website und der Klärung von Kennung und Passwort wird einfach eine Kopie des Datensatzes auf den Server geschickt. Von nun an reicht jeder Internet-Browser zum weltweiten Zugriff auf die Daten aus. Wer mit dem Laptop verreist, kann sich im Hotel aber auch die Daten zur weiteren Bearbeitung auf den Rechner ziehen um sie am Ende wieder im Netz abzulegen. Auch die Synchronisation mit den Mini-Rechnern, den PDAs, wird angeboten, wenn auch derzeit erst für den PalmPilot. Da sich inzwischen ein Konsortium mit dem Ziel eines einheitlichen Synchronisierungs-Standards gegründet hat, dürften alsbald auch Nutzer von Psion- oder Windows-CE-Geräten in den Genuss des Dienstes kommen. Selbst mit dem Handy will Space2go die Kunden nicht allein lassen. Über die Mobilschnittstelle WAP wird die Datenabfrage von unterwegs angeboten - und dies sogar unentgeltlich.

Derzeit befindet sich der neue Mobildienst noch in der Testphase, an der rund 1000 vor allem private Nutzer teilnehmen. Bevor der Dienst seine Regeltätigkeit aufnimmt, will das Unternehmen die Sicherheit ausführlich tesen. Dazu werden nun die "Hacker" von Partner-Unternehmen IBM prüfen, ob alles wasserdicht ist. Ist dies geschehen, will Space2go von April an seine Festplatten für die restliche Internet-Gemeinde öffnen.

Das Basisangebot von 100 Megabyte Speicherplatz wird dann voraussichtlich 12 DM monatlich kosten. Dafür wird dann sichergestellt, dass der gestresste Manager an keinem Ort der Welt auf seine gewohnten Daten verzichten muss.Mehr zum Thema im Internet unter: www.space2go.de

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