Zeitung Heute : Mit Spannung

Pilates entwickelt sich zur Trendsportart. Viele Studios bieten die Übungen mittlerweile an

Grit Thönissen

Marianna Eisner bewältigt gerade eine schwierige Aufgabe: Sie soll entspannt liegen, dabei die Beine aufstellen, den Kopf heben und das Kinn Richtung Brust neigen. Dann die Schultern nach hinten ziehen, den Bauchnabel nach unten drücken und den Po zusammenkneifen – und Schummeln geht nicht, denn außer Marianna Eisner ist niemand im Studio, der die Anweisungen von Salima Laissoub-Sturm ausführen könnte. Sie ist Mariannas Personaltrainerin.

Die Übung heißt „Single Leg Stretch“, soll die Gesäß- und Bauchmuskeln kräftigen und die Koordination verbessern. Erfunden hat sie ein gewisser Joseph Pilates, ein gebürtiger Niederrheiner. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts sorgte er in New York mit seinen Übungen, die die östlichen Elemente des Yoga mit den westlichen der Gymnastik verbinden, für Furore.

Nicht zuletzt durch die Mithilfe des Popstars Madonna, die sich mit Pilates fit hält, entwickelt sich das Training zunehmend zur Trendsportart. In Berlin gibt es inzwischen kaum ein Fitnessstudio, das nicht die Übungen anbietet, bei denen Körper und Geist mit ruhigen, fließenden Bewegungen und speziellen Atemübungen koordiniert werden sollen. In Pilates-Zentren werden auch Einzelstunden an speziell entwickelten Geräten angeboten.

Pilates unterrichtet Salima Laissoub-Sturm besonders gern. „Hier steht der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund, da geht es nicht in erster Linie darum, möglichst schnell eine Spitzenfigur zu bekommen“, sagt sie. „Beim Pilates wird die tief liegende Muskulatur angespannt, die für eine bessere Körperspannung sorgt.“ Nach Erfahrung der Fitnesstrainerin lässt sich Pilates als Ausgleich sehr gut mit Ausdauersportarten wie Laufen oder Nordic Walking verbinden. Oft kombiniert sie auch Rücken- und Krafttraining mit den Übungen.

Als Anfänger lernt man zuerst, sein „Powerhouse“ zu aktivieren. Das bedeutet nicht anderes, als die Muskulatur rund um Bauch, Beckenboden und Po zu aktivieren und sich bei den Übungen darauf zu konzentrieren. „Am Anfang muss man an viele Dinge denken“, sagt Salima Laissoub-Sturm. „Aber mit der Zeit klappt es immer besser mit der Konzentration, Koordination, Beweglichkeit, Kondition und Körperspannung“.

— Informationen im Internet: www.absolutwellness.de

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