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Der Tagesspiegel

Zum Glück hat die neue E-Klasse eine schnellere Beschleunigung als der Abend, an dem sie vorgestellt wurde. Zwölf Sekunden braucht der Mercedes E 200 CDI von Null auf Hundert, der E 500 schafft das in sechs Sekunden, aber der hat ja auch doppelt so viele Zylinder, nämlich acht. Der Freitagabend, an dem das Autohaus das neueste Produkt der Daimler-Ingenieure und des Chefdesigners Peter Pfeiffer präsentierte, gewann dagegen nur recht langsam an Fahrt. Gegen 20 Uhr staute sich der Verkehr von der Straße des 17. Juni bis zum Eingang am Salzufer. Erstmal hieß es warten, immerhin meist in einem Wagen mit Stern und funktionierender Heizung. Draußen jonglierten schulterfreie Akrobatinnen mit brennenden Keulen, Feuerschlucker spuckten Flammen, Gaukler turnten zwischen den Wartenden in der Schlange herum.

Nacheinander lief die Prominenz ein, die Autos waren ja schon da – sie sollten die Stars des Abends sein. Von der Decke hingen, herum standen unter silbrigem Tuch abgedeckte E-Klassen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kam mit seiner Tochter Elisabeth, Schulsenator Klaus Böger (SPD) mit seiner Frau Angelika, IHK-Präsident Werner Gegenbauer war da, Sportbund-Präsident Manfred von Richthofen auch, ebenso Shawne Borer-Fielding mit ihrem Mann Thomas, dem Schweizer Botschafter, Ex-Bausenator Jürgen Klemann (CDU), Ex-Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU), Ex-CDU-Fraktionschef und Bankgesellschaftsmanager Klaus-Rüdiger Landowsky, Filmproduzent Artur Brauner mit Frau und Tochter.

Bevor das neue Auto gefeiert werden, etwas gegessen und Udo Jürgens zugeschaut werden konnte, sah der Ablaufplan eine „Talkrunde“ vor. Erst sprach Mercedes-Direktor und Hertha BSC-Präsident Walter Müller, er begrüßte Moderatorin Eva Herman, dann Chefdesigner Pfeiffer, dann Daimler-Chrysler-Vertriebschef Eckhard Panka, dann Rennsportpilot Klaus Ludwig. Pfeiffer erzählte von seinem Job, und dass es natürlich nicht reiche, den Wagen bloß zu zeichnen. Er baue ein Plastilinmodell, sagte er, erst ein kleines, dann ein größeres, wegen der Sinnlichkeit, denn „das soll ja Leidenschaft erwecken“.

Naturgemäß waren alle schon jetzt begeistert von der wieder einmal Maßstäbe setzenden Mercedes-Technik. Moderatorin Herman staunte: „Und es stimmt wirklich, dass keine Beifahrerin mehr über ihr Körpergewicht hinwegtäuschen kann?“ In der Tat, das Auto hat einen Gewichtssensor, wegen der Sicherheit. Dann endlich: die neue E-Klasse, Tusch, ordentlich Nebel, Lichtshow. „Das ist ja wie Weihnachten im Dom“, murmelte der frühere FU-Präsident Johann W. Gerlach. Ein silberner E 500 rollte auf die Bühne. Kaufpreis: 56 492 Euro. fk

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