Zeitung Heute : Mit Übernahmegarantie

Die Bundeswehr bildet sowohl für zivile als auch militärische Berufe aus. Über den Einsatzort entscheidet später der Bedarf

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„Die Bundeswehr bietet eine Arbeitsplatzgarantie, keine Tätigkeitsgarantie“, sagt Oberstleutnant Rainer Stange. Der stellvertretende Leiter des Zentrums für Nachwuchsgewinnung Ost in Berlin Grünau bringt die Situation in der Armee auf den Punkt. Wer sich entscheidet, dort eine militärische oder zivile Ausbildung oder Tätigkeit anzufangen, sollten tunlichst nicht auf einen Arbeitsplatz vor der Haustür hoffen.

Die Bundeswehr untergliedert sich in zwei Bereiche: Streitkräfte und Wehrverwaltung – den militärischen und den zivilen Teil. Für die Streitkräfte stellen die vier Zentren für Nachwuchsgewinnung Bewerber für alle Dienstgradgruppen mit Ausnahme der Offiziere ein. Für diese ist die Offizierprüfzentrale in Köln zuständig. An den fünf Einrichtungen durchlaufen Bewerber ein Auswahlverfahren. Nach erfolgreicher Teilnahme werden sie noch vor Ort informiert, wo sie ihre neue Tätigkeit aufnehmen sollen. Zuvor muss der Bewerber sich allerdings auf eine Teilstreitkraft (Heer, Marine etc.) und eine Truppengattung (Fernmelder, Fallschirmjäger etc.) festlegen. Die Entscheidung, wohin es gehe, hänge dann vom Bedarf der einzelnen Standorte ab, sagt Oberstleutnant Stange. Beispiel: Bewirbt sich ein junger Mann oder eine junge Frau für eine Tätigkeit in der Feldjägertruppe – der Militärpolizei –, dann könnte er eine Stelle im Feldjägerbataillon 352 in Potsdam bekommen. Allerdings gibt es davon in Deutschland noch acht weiter Bataillone. Ist der Bedarf woanders größer, dann fällt Potsdam weg. In Berlin und in Brandenburg gibt es rund 110 Dienststellen, die sich auf 22 Standorte aufteilen. Sie sezten sich hauptsächlich aus Luftwaffeneinheiten, Fernmeldern, Feldjägern, Fallschirmjägern, Logistikern, Sanitäter, Panzergrenandieren und -pionieren zusammen.

Eine Besonderheit bietet das „Schaumburger Modell/Berliner Modell“. Es nutzt das Ausbildungsangebot von Industrie, Handwerk und Verwaltung. In Kooperation mit der Wirtschaft erhalten Auszubildende bereits zu Beginn ihrer Ausbildung die verbindliche Zusage, ihren beruflichen Werdegang nach erfolgreichem Berufsabschluss in der Bundeswehr fortsetzen zu können. 42 Ausbildungsplätze stehen derzeit für Berlin und Brandenburg zur Verfügung. Davon entfällt der Löwenanteil auf die Hauptstadt. Lediglich zwei Ausbildungsplätze bietet das Nachbarbundesland in der Stadt Brandenburg an.

Größere Chancen, in einem der beiden Bundesländer zu landen, bestehen bei einer Bewerbung bei der Bundeswehrverwaltung. Diese ist für zivile Ausbildung und Tätigkeiten verantwortlich. Bundesweit werden dort im gewerblich-technischen Bereich, im Heil- und Pflegedienst sowie in der Verwaltung in zahlreichen anerkannten Ausbildungsberufen vom Anlagenelektroniker bis hin zum Tischler, aber auch Juristen und Wirtschaftswissenschaftler ausgebildet.

Für den Bereich Berlin und Brandenburg ist die Wehrbereichsverwaltung (WBV) Ost in Strausberg zuständig. In diesem Jahr plant die WBV, 46 Anwärter der Laufbahnen des gehobenen und mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienstes, des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes sowie des mittleren Dienstes der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung des Bundes einzustellen. Dazu kommen noch 116 Auszubildende als Verwaltungsangestellte, der medizinischen Helferberufe sowie der gewerblich-technischen Berufe.

Konkret bedeutet dies für Berlin, dass die dortige Standortverwaltung zum 1. August respektive zum 1. September vier Verwaltungsangestellte (VFA), elf Arzthelferinnen, zwei pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte und eine zahnmedizinische Fachangestellte einstellt. Im Land Brandenburg stellen für dieselben Termine drei Standortverwaltungen ein. In Potsdam sind es vier VFA, zwei Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie eine zahnmedizinische Fachangestellte. Diese absolviert ihre Ausbildung in der Stadt Brandenburg. In Strausberg wird eine Arzthelferinnen gesucht. Die Standortverwaltung Doberlug-Kirchhain stellt 34 Personen ein. Vor Ort: vier VFA und 14 Kraftfahrzeug-Mechatroniker. Am Ausbildungsort Holzdorf zwölf Elektroniker für Geräte und Systeme, eine Arzthelferin, und eine zahnmedizinische Fachangestellte. Es könnten aber auch Stellen direkt bei der WBV oder in einer der 110 Dienststellen der beiden Länder ausgeschrieben sein. Ein Variante, denn es werden Personen mit Berufabschlüssen wie beispielsweise Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter eingestellt, die bereits vor Eintritt in die Bundeswehr erworben wurden. Bewerbungsunterlagen nimmt die WBV Ost oder die jeweilige Standortverwaltung entgegen.

Weitere Informationen unter www.bundeswehr-karriere.de

dort über den Link „eine Welt voller Berufe“ gehen

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