Zeitung Heute : Mit Wut im Bauch

Mit Wut im Bauch ist Larissa Lasutina zur Goldmedaille im Ski-Marathon gestürmt und damit zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin aller Zeiten geworden. Drei Tage nach dem Ausschluss vom Staffel-Rennen wegen eines zu hohen Hämoglobin-Wertes triumphierte die 36 Jahre alte Langläuferin über 30 km klassisch vor den Italienerinnen Gabriella Paruzzi und Stefania Belmondo. Mit insgesamt sechs Mal Gold, drei Mal Silber und ein Mal Bronze ist Lasutina nunmehr die erfolgreichste Medaillensammlerin bei Olympischen Winterspielen. Erfolgreicher als sie war nur Norwegens Langlauf-Idol Björn Dählie, der auch nach Salt Lake City der so genannte König der Olympischen Winterspiele geblieben ist. Der 34-Jährige hat mit achtmal Gold und viermal Silber zwischen 1992 und 1998 die mit Abstand meisten Medaillen gewonnen.

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Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Schon weit vor der Ziellinie stieß die Russin immer wieder die Fäuste nach oben, als wollte sie demonstrieren: Euch habe ich es gezeigt. Die 36-Jährige hatte am Donnerstag die auf Gold programmierte russische Staffel gesprengt, weil bei einer kurz vor dem Start genommenen Blutprobe ein zu hoher Wert festgestellt worden war. Lasutina wurde vom Internationalen Skiverband mit einer automatischen Schutzsperre belegt, die anders als im Radsport (14 Tage) jedoch nur für den jeweiligen Wettkampf gilt. Dadurch war ein Start für Lasutina möglich geworden.

Nachdem die im Anschluss veranlasste Dopingprobe ein negatives Ergebnis erbracht hatte, bekam Laszutina die Starterlaubnis für das Rennen am Abschlusstag der Olympischen Winterspiele. Von Beginn an bestimmte sie das Tempo in der Loipe. Zur Halbzeit bei Kilometer 15 hatte die Russin schon knapp eine Minute Vorsprung auf die Italienerin Gabriella Paruzzi. Am Ende deklassierte die sechsmalige Olympiasiegerin die Konkurrenz um 1:48,1 Minuten.

Für den deutschen Skiverband (DSV) ging nur ein Duo in die Loipe, nachdem die mit Gold (Staffel) und Silber (Sprint) dekorierte Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) auf ihren Start verzichtet hatte. Viola Bauer lief ein beherztes Rennen. Die Oberwiesenthalerin, im Verfolgungsrennen bereits Fünfte, bestätigte mit einem glänzenden siebten Platz 4:16,1 Minuten hinter der überragenden Siegerin ihre gewachsene internationale Klasse. Die Oberhoferin Manuela Henkel gab nach 20 Kilometern entkräftet auf. Sie hatte das völlig falsche Wachs gewählt; deshalb hatte sie vom Start an keine Chance auf einen vorderen Platz.

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