Zeitung Heute : Mittel zur Heilung

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Was wird heute wichtig?

Forderungen der Arzneimittelhersteller: Dass Krankenkassen und Gesundheitsministerin wieder einmal über explosionsartig gestiegene Arzneimittelkosten jammern, ficht die Pharmahersteller kaum an. Dies habe „Gründe, die nicht bei den Herstellern liegen“, sagt HeinzGert Schmickler, der Sprecher des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller – und verweist darauf, dass die Abgabepreise kaum gestiegen seien. Einige Forderungen des Verbands indes, die dieser heute und morgen bei seiner 51. Jahresversammlung in Berlin an die Adresse der noch zu bildenden neuen Regierung richten wird, würden die Ausgaben weiter in die Höhe treiben. So dringen die Arzneihersteller zum Beispiel auf die Heraufsetzung der Altersgrenze bei der Erstattung von rezeptfreier Arznei auf 18 Jahre. Bisher müssen die Kassen diese Mittel nur Patienten bis zum 12. Lebensjahr bezahlen. Auch den Zwangsrabatt von sechs Prozent für die Krankenkassen hätten die Hersteller gerne abgeschafft. Zudem fordern sie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf EU-Niveau, mehr Transparenz bei den Festbeträgen und eine durchgängige prozentuale Arzneimittelzuzahlung von zehn Prozent. Dadurch, so argumentiert der Verband, würden billigere Arzneimittel für die Versicherten attraktiver. Von einer Positivliste , also einer Beschränkung der Kassenerstattung auf nachgewiesenermaßen wirksame Arznei, halten die Hersteller naturgemäß nichts. Der neuen Regierung verspricht der Verband „unvoreingenommene Zusammenarbeit“. Doch auch intern brechen für ihn neue Zeiten an. Nach 25 Jahren an der Spitze kandidiert Johannes Burges nicht mehr als Vorsitzender, die Mitglieder wählen heute einen Nachfolger. raw

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