Zeitung Heute : Mitteldeutschland soll Ende 2000 den Anfang machen

Alle deutschen Fernsehzuschauer sollen künftig in den Genuss des digitalen Fernsehens kommen. Auch jene, die ihre Programme bisher noch über die Zimmer- oder Hausantenne empfangen. Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hat sich jetzt dafür ausgesprochen, dass die heute mit analogem Fernsehen belegten Frequenzbänder IV und V auf den Empfang digitaler Programme umgestellt werden. Je nach Lage sollen 15 bis 20 (in ländlichen Gebieten), respektive 18 bis 24 Fernsehprogramme (in Ballungsräumen) empfangbar sein. Der Vorteil der terrestrischen Verbreitung digitaler Programme wird in der Möglichkeit des mobilen Empfangs und ständigen Verfügbarkeit gesehen. Der Nachteil: Frequenzbegrenzungen.

"Es ist kein Zweifel, dass wir uns im Übergang von der analogen zur digitalen Welt befinden", meinte Hans Hege, Vorsitzender der DLM-Arbeitsgruppe "Digital Video Broadcasting" (und Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg) am Dienstag in Berlin. Um dem digitalen Fernsehen über Hausantenne ("DVB-T") zum schnellen Durchbruch zu verhelfen, müsste die Versorgung mit analogen Programmen eingeschränkt und / oder die Flächenversorgung der ARD durch das Abschalten von TV-Umsetzern zugunsten privater Sender ausgedünnt werden. "Die bisherigen Frequenz-Ressourcen müssen umverteilt werden", forderte Hege. Doch für diese Operationen fehlen noch die rechtlichen Voraussetzungen. Die Medienanstalten appellierten an den Gesetzgeber, "dass analoge Rundfunklizenzen ohne Ausschreibung auf digitale Rundfunklizenzen erweitert werden können und dass einem Veranstalter, der eine analoge Frequenz räumt, Vorrang in seinem Verbreitungsgebiet in der digitalen Übertragung gegeben werden kann." Die erste Umstellung ist ab Ende 2000 in Mitteldeutschland geplant. MDR, RTL, Sat 1, ZDF, die Telekom und die Landesmedienanstalten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben zur Einführung einen Lenkungsausschuss gegründet. Zum Empfang von DVB-T-Programmen sind eine Decoderbox und eine neue Stabantenne erforderlich. Bü.

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