Zeitung Heute : Mobiltelefone werden multimediale Alleskönner

Die jüngste Handygeneration lockt mit diversen Anwendungsmöglichkeiten

Maximilian von Demandowsky

Klein sind sie, flach und kompakt. Und schick sehen sie auch aus, die neuen Handys, mit spiegelnden Oberflächen und elegantem Design. Mal klassisch, mal im edlen Businesslook, manchmal auch im grellbunten Outfit. Ob als Klapphandy oder im Riegelformat, die neuen multimedialen Handys sind vor allem eins: Entertainmentzentrale, Minicomputer und mobiles Büro in einem.

Man könnte meinen, Telefonieren sei nur noch reine Nebensache. Denn die neuen Mobilmacher sind inzwischen wahre Alleskönner im Taschenformat und bieten so ziemlich jede erdenkliche Funktion an, die Hersteller und Content-Anbieter in ihren Entwicklungsküchen ausgetüftelt haben. Und die Liste ist dabei ziemlich lang geworden, sieht man mal von den Klassikern wie SMS und Klingeltönen ab.

Den neuen Anwendungsboom im Handybereich bestätigt auch Markus Eckstein von der Zeitschrift Connect: „Zurzeit sind die Themen Kamera und Musik sehr wichtig.“ Musikliebhaber finden in den neuen Geräten mächtig viel Platz für die eigene Sammlung. Aktuell sind bis zu 8 GB Speicherkapazität zu haben. Zugleich wächst das Angebot von Musikshops im Internet: Um die Lieblingssongs aufs Handy zu laden, hält der Netzbetreiber O 2 annähernd 600 000 Titel bereit. Abspielen kann das Ganze dann der integrierte MP3-Player, eine Playliste hilft bei der Archivierung. Für Foto- und Videofans gibt’s ebenfalls mächtig viel zum Einstellen: Kameras mit bis zu 5 Megapixel, inklusive Autofokus und Digitalzoom. Besitzer einer Kompaktkamera können da fast neidisch werden, denn die Detailaufnahmen stehen ihnen in nichts nach.

Die neue Handygeneration eignet sich auch für Büroanwendungen. Ob Office-Dokumente, PDF-Dateien, HTML- oder JPEG-Formate: Das mobile Telefon bearbeitet, empfängt und versendet E-Mails, kann über eine eigene Schnittstelle sogar auf einem Drucker ausdrucken. Auch eine Übertragung der Videos und Bilder via Bluetooth oder USB-Anschluss direkt auf den Computer ist möglich. Und die Funktionsliste geht noch weiter: Über einen TV-Ausgang landen die Bilder sogar direkt auf dem Fernsehgerät oder beim Beamer. Wem das nicht reicht, dem bereiten Games und 3-D-Spiele Abwechslung – auf einem dreh- und schwenkbaren Display. Bleibt nur noch das Fernsehen im Miniformat, das sogenannte Handy-TV. Erste Geräte sind schon erhältlich. Einziger Haken: noch gibt es das Handyfernsehen nicht flächendeckend. Um die unterschiedlichen Übertragungsstandards und Frequenzkapazitäten wird noch gerungen. Vier TV-Programme empfängt man bereits mit einem Gerät von Debitel (Samsung, LG) ab 2007 sollen es 20 sein.

Die Mobilfunkbranche boomt kräftig: Bis zu 350 Mio. Menschen, so die Prognose für das Jahr 2006, werden sich ein neues Handy anschaffen. Und die Deutschen haben da durchaus noch Nachholbedarf. Rund ein Viertel besitzt hierzulande gar kein Handy, im EU-Durchschnitt sind es dagegen nur 18 Prozent.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben