Zeitung Heute : Molekular bis international

Was Master-Studiengänge der Humboldt-Universität bieten – und wie man sich bewirbt

Constanze VoigtD
269111_0_186a0dc7.jpg
Brückenschlag.

Wer an der Humboldt-Uni einen Master absolvieren will, kann zwischen 53 Angeboten wählen – Lehramtsmaster und weiterbildende Angebote nicht mit eingerechnet. Nach exakt zehn Jahren Bologna-Prozess sind ab dem kommenden Wintersemester alle Studiengänge auf das Bachelor- und Master-System umgestellt, auch die naturwissenschaftlichen Programme, die sich lange gesträubt hatten.

Bachelorabsolventen der Biowissenschaften, aber auch Mediziner und Veterinärmediziner mit Staatsexamen können sich schon jetzt für das Master-Programm „Molekulare Lebenswissenschaft“ bewerben. Das Programm besteht nur aus Wahlpflicht- beziehungsweise Wahlmodulen, damit sich Studenten selbst den Schwerpunkt legen können, den sie für ihre berufliche Zukunft brauchen. Mit dem Abschluss können sie in ein Pharmaunternehmen gehen, aber auch an Behörden wie das Umweltamt.

Ausgestattet mit Wissen in Genetik, Immunologie, Biochemie und Mikrobiologie steht sehr guten Absolventen auch der Weg zur Promotion offen – auch im Ausland. Denn fast die Hälfte der Seminare und Vorlesungen in dem lebenswissenschaftlichen Masterstudiengang findet auf Englisch statt. Empfohlen wird ein Auslandsaufenthalt während des dritten der vier Semester. Bis zum 15. Juli können sich Interessierte bewerben.

Ebenfalls auf eine weltweite Karriere in Wirtschaft, Politik oder Medien will das Masterprogramm „Internationale Beziehungen“ vorbereiten. Der Studiengang wird von der Graduate School of Social Science angeboten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgezeichnet wurde. Für das innovative Konzept, die qualitativ hochwertige Lehre und eine überzeugende internationale Ausrichtung wurde das Gemeinschaftsprojekt der HU, FU und der Uni Potsdam 2006 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst prämiert. Als eines der zehn besten internationalen Master-Programme an deutschen Hochschulen „hebt der Master sich aus der Masse vergleichbarer Studiengänge“ heraus, begründete der Stifterverband die Entscheidung.

Auch hier ist die Kurssprache teilweise Englisch. Und für diese Masterstudenten ist mindestens ein Auslandssemester Pflicht – dafür bieten sich Partneruniversitäten in Frankreich, Russland, den USA oder Norwegen an. Der viersemestrige Studiengang kann nur im Wintersemester begonnen werden, sonst wird der Zeitplan für die Summer School und das Pflichtpraktikum eng. Das Praktikum soll möglichst im Ausland bei internationalen Organisationen absolviert werden. Neben Pflichtmodulen zu Außenpolitik und internationaler Politik stehen auch Wahlpflichtkurse in regionaler Politikanalyse auf dem Stundenplan. Hierbei wählen die Studierenden ein geographisches Kerngebiet, zum Beispiel Naher Osten oder Osteuropa/ Russland, in dem sie sich spezialisieren. Für das kommende Wintersemester ist die Bewerbungsfrist schon abgelaufen, neue Termine stehen noch nicht fest.

Studierende im Programm German-Turkish Master verbringen mindestens eines der zwei Jahre Regelstudienzeit in Ankara. Dort und in Berlin befassen sich die Studenten mit den Gesellschaften Deutschlands und der Türkei und lernen die Sprache des jeweils anderen Landes. Die Lehrveranstaltungen selbst finden auf Englisch statt. Besonders im Fokus stehen die europäische Identität der beiden Länder und ihr Verhältnis zur EU. Beleuchtet wird aber auch die Rolle der Türkei als Mittler im Nahen Osten. Am Ende der zwei Jahre wird dem Absolventen ein Master-Abschluss beider Universitäten verliehen, mit dem er sich bei Nicht-Regierungsorganisationen, in der Verwaltung und Medienunternehmen bewerben kann.

Wer sich in dieses Programm einschreiben will, muss ein umfangreiches Paket an Bewerbungsunterlagen bis zum 29. Mai auf den Weg schicken: Ein Bewerbungsformular, das Bachelor-Abschlusszeugnis sowie ein Transcript of Records aller an einer Universität erbrachten Leistungen wird ebenso verlangt wie Sprachzertifikate, ein zweiseitiges Motivationsschreiben und ein Lebenslauf. Zudem erwartet die Bewerbungskommission zwei Referenzen sowie eine akademische Arbeitsprobe. Gleichzeitig ist dieses Programm eines der wenigen an der HU, die gebührenpflichtig sind. 2500 Euro kostet ein Semester, wobei sozial schwachen Interessanten Stipendien angeboten werden.

Generell werden Masterbewerbungen an der HU online zwischen dem 1. Juni und dem 15. Juli angenommen. Eingereicht werden muss ein ausgefüllter Antrag, das Zeugnis des ersten Abschlusses oder eine Bescheinigung, dass der Abschluss bis zum Beginn des Programms vorliegen wird, und – im Unterschied zum Bachelor – ein Motivationsschreiben von ein bis zwei Seiten. Constanze Voigt

Mehr Informationen im Internet: http://studium.hu-berlin.de/beratung/MA

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben