Zeitung Heute : Montserrat, die Jungen üben schon

Der Tagesspiegel

Andorra, das kleine Land zwischen Frankreich und Spanien, im Herzen der Pyrenäen, das liebt Montserrat Caballé. Dorthin zieht sie sich zurück, wenn sie Ruhe braucht oder Partien einstudiert. Bis vor ein paar Tagen hat sie sich dort noch in ihrem Haus in den Bergen mit der Familie ausgeruht, bevor sie am Ostermontag in Berlin in der Philharmonie auftrat. Den Tag darauf nutzte die 68-Jährige, um im Hotel „Four Seasons“ ihren Gesangswettbewerb, den „Concurs Internacional de Cant Montserrat Caballé“, vorzustellen. Vom 20. bis zum 25. Mai wird er zum vierten Mal im Fürstentum Andorra veranstaltet. Der Wettbewerb, der mit 6000, 3000 und 2100 Euro dotiert ist, hat das Ziel, junge Opernsängerinnen und -sänger zu entdecken und zu fördern. „Wenn ich die Möglichkeiten habe, jungen Leuten zu helfen, dann tue ich das“, erklärte die Große Dame der Oper. „Schließlich war es für mich auch sehr schwer.“ Damals habe man ihr nach dem Vorsingen gesagt, sie solle zurück nach Spanien gehen, heiraten und Kinder bekommen. Doch sie gab nicht auf, gab im Jahr 1956 am Stadttheater von Basel ihr Bühnendebüt. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1965, als sie bei der Aufführung von Donizettis „Lucrezia Borgia“ in der New Yorker Carnegie Hall kurzfristig für Marilyn Horne einsprang. Danach trat sie in den berühmtesten Opernhäusern der Welt auf. Ihr Repertoire umfasst heute mehr als 90 Partien, sie hat über 80 Schallplatten eingespielt. Am 25. Juni hat im Zoo-Palast „der Film über mein Leben“ Premiere, erzählt sie. „Den Titel und den Inhalt verrate ich noch nicht. Es ist eine Mischung aus Spiel- und Dokumentationsfilm.“ tabu

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