Zeitung Heute : Mordserie erschüttert Frankreich

Vier Tote vor jüdischer Schule.

Paris/Toulouse - Frankreich ist entsetzt über eine offensichtlich rassistisch motivierte Mordserie. Ein Unbekannter hat am Montag drei Schüler und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule in Toulouse erschossen. Die Schüsse kamen aus derselben Waffe, mit der in der vergangenen Woche drei Soldaten getötet und einer schwer verletzt worden waren – ebenfalls in Toulouse und in der etwa 50 Kilometer entfernten Gemeinde Montauban. Drei der Soldaten hatten Wurzeln in Nordafrika, einer war ein Franzose dunkler Hautfarbe. Zeugen beschrieben den Täter als schwarz gekleideten Mann, der auf einem Motorroller geflüchtet war.

Wegen des Anschlags in Toulouse unterbrachen die Parteien vorübergehend den Präsidentschaftswahlkampf. Präsident Nicolas Sarkozy reiste noch am Vormittag nach Toulouse. Auch sein sozialistischer Herausforderer François Hollande sagte alle Parteitermine ab und informierte sich am Nachmittag am Tatort. Sarkozy sprach von einer nationalen Tragödie. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts im Elysée-Palast verhängte er am Abend die höchste Terror-Alarmstufe für die Region um Toulouse. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden nun besonders gesichert.

Nach Angaben von Sarkozy handelt es sich beim Täter um denselben, der in den Tagen zuvor zwei Anschläge auf Soldaten verübt hatte. „Jedes Mal wenn dieser Mann in Aktion tritt, handelt er, um zu töten. Er lässt seinen Opfern keine Chance“, betonte der Staatschef. Ein antisemitisches Motiv sei wahrscheinlich, der Mann sei gefährlich und müsse schnellstens gefasst werden. 14 Einheiten der Bereitschaftspolizei sicherten die Region rund um Toulouse, solange der Verdächtige auf der Flucht sei, sagte Sarkozy. dpa/dapd

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