Zeitung Heute : Motivation bei der Ausbildung: "Konflikte gezielt und konstruktiv angehen"

Was ist dran am Vorwurf[Azubis seien unpünkt]

Was ist dran am Vorwurf, Azubis seien unpünktlich und unengagiert?

Wer richtig motiviert ist, kommt morgens auch rechtzeitig aus dem Bett. Und jeder, der richtig gefordert wie auch gefördert wird, ist ausreichend motiviert - vorausgesetzt natürlich das Arbeitsklima stimmt. Unpünktlich ist jemand, wenn er einem Problem aus dem Weg gehen will: Die Leistungen sacken ab, jemand fehlt häufig unentschuldigt, die Arbeitshaltung lässt nach. Hier gilt es, stärker auf Stimmungen im Betrieb zu achten.

Wo machen Azubis Fehler?

Azubis packen die Probleme oft nicht richtig an, sind verunsichert und warten zu lange ab. Es fehlt ihnen die Fähigkeit, Situationen im Betrieb richtig einzuschätzen und Konflikte konstruktiv und gezielt anzugehen. Betriebe sind aber genauso wenig fähig, mit einem Konflikt umzugehen. Sie haben zwar die fachliche Eignung auszubilden, aber nicht die pädagogische.

Und was wäre notwendig?

Vor allem benötigen Auszubildende in akuten Konfliktsituationen individuelle Hilfsangebote, beispielsweise durch sozialpädagogische Beratung in der Berufsschule. Bevor ein Ausbildungsverhältnis gelöst wird, müsste eine neutrale Clearingstelle eingeschaltet werden, die zwischen dem Jugendlichen und dem Betrieb vermittelt. Ausbildungskonflikte müssen als bildungspolitisches Problem ernster genommen werden. Denn die Ausbildung bietet eine große Chance, Jugendlichen die Kompetenzen zu vermitteln, die später im Arbeitsleben gefragt sind, etwa Verantwortungsbewusstsein, selbstständiges Handeln und die Fähigkeit Probleme zu lösen. Die Zahl der Abbrecher ist zu groß, um die Schuld einzelnen Auszubildenden zuzuschieben.

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