Zeitung Heute : Motor für Olympia

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Der VolkswagenKonzern wird Hauptsponsor für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Wie kam es dazu?

Eine Frage der Ehre? VW-Chef Bernd Pischetsrieder spricht sogar von einer „großen Ehre“, denn Volkswagen ist exklusiv der Automobilpartner der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Was das kostet und was das bringt, weiß derzeit niemand in der Wolfsburger Zentrale. Doch erfahrungsgemäß rüstet ein Autokonzern die Veranstalter von Olympischen Spielen mit 2500 bis 4000 Fahrzeugen aus. In diesem Sommer, in Athen, transportieren Fahrzeuge der koreanischen Firma Hyundai die Funktionäre von einem Sportplatz zum nächsten.

Das Engagement von VW in Peking – neben der Bereitstellung von Autos wird Europas größter Autohersteller auch Bargeld zahlen – ist nahe liegend. Denn mehr als ein Viertel aller in China derzeit verkauften Autos kommen von VW oder der VW-Tochter Audi. Der Wolfsburger Konzern ist Marktführer. Im vergangenen Jahr kauften die Chinesen 697000 VW und Audi, in diesem Jahr werden es vermutlich 100000 mehr sein. Doch die Konkurrenz holt auf, vor allem General Motors, der weltgrößte Autohersteller, setzt immer mehr auf dem rasant wachsenden chinesischen Markt ab. Aber auch alle anderen großen Hersteller erweitern ihre Kapazitäten. Marktführer VW wird gejagt. Vor diesem Hintergrund ist die exklusive Vereinbarung über die Vermarktung der Olympischen Spiele zu sehen. Für den Platzhirsch VW ist das ein Instrument zur Verteidigung des immer enger werdenden Reviers. Und weniger eine Frage der Ehre. alf

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