MUSICAL-COMEDYThe Pfister Sisters „Sing, sing, sing!“ : Heiß und schmutzig

G a Bartels

Und da heißt es immer, das Showbiz sei schnelllebig. Für die Pfister Sisters aus der amerikanischen Musikmetropole New Orleans gilt das offensichtlich nicht: Seit 1979 ist das Vocaltrio in den USA erfolgreich. Vom Ragtime über New-Orleans-Jazz, Swing und Rock’n’Roll singen die drei Wuchtbrummen im geblümten Kleid alles, was hot und groovy ist. Nach ihrem Gastspiel im Juni beim Ascona-Jazzfestival in der Schweiz sind die kessen Girls aus Louisiana mit „Sing, sing, sing!“ erstmals in Berlin zu hören.

Holly Bendtsen, Yvette Voelker und Debbie Davis sehen sich in der Tradition legendärer weiblicher Vokalgruppen der dreißiger Jahre: den auf Dixieland spezialisierten Boswell Sisters aus ihrer Heimatstadt am Missisippi und den berühmten Andrew Sisters aus Minneapolis, die sich mehr Richtung Swing, Boogie Woogie und Latinrhythmen orientierten. Die unglaublich populären Andrew Sisters waren die erste Frauengruppe in der Geschichte der Popmusik, die es zu einer Platin-Schallplatte brachte. Ihren Durchbruch schafften sie 1937 übrigens mit der aus einem jiddischen Musical ausgekoppelten Nummer „Bei mir biste schoen“. Seither ein unkaputtbarer Standard, den auch die Pfister Sisters trällern, die schon viel länger Pfister heißen als die Berliner Lokalmatadore aus der Schweiz. Außerdem auf der Songliste: „Glow Worm“, „Laziest Gal in Town“, „Moonlight Serenade“ oder „Knock on Wood“. Und als Ausflug in die Achtziger die Mädchenhymne: „Sisters are doing it for themselves“. Dazu gibt es Ukulele live, schmutzigen Posaunensound super imitiert und subversive Späßchen. Gunda Bartels

Bar jeder Vernunft, Do 17.7. (Vorauff.), Fr 18.7. (Prem.), 20.30 Uhr, bis So 17.8., Di-Do 20.30 Uhr, Fr-So 20 Uhr, ab 21,50 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar